Zusätzlicher Berührschutz bei Elektrofahrzeugen

Thermoschutzhülle für den Audi e-tron (Bild: Frenzelit GmbH)

03.04.2020 Zusätzlicher Berührschutz bei Elektrofahrzeugen

Wenn bei einem Unfall eines E-Autos der Gleichspannungswandler für das Niedervolt-Bordnetz an spannungsführenden Teilen aufbricht, kann er eine Gefahr für Insassen und Einsatzkräfte darstellen. Als zusätzlichen Schutz hat sich Audi beim Audi e-tron für eine textile Ummantelung aus Aramid der Frenzelit GmbH entschieden, die den gesamten DC-/DC-Wandler umhüllt.

Im Lastenheft wurden im Vorfeld alle wichtigen Eigenschaften definiert. Ganz oben standen dabei Schnittfestigkeit, elektrische Isolationsfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und Medienbeständigkeit, z.B. gegen Öle. Frenzelit entwickelte daraufhin aus Aramidgewebe die thermoREFLEX®-Schutzhülle, die zusätzlich eine UV- und feuchtigkeitsresistente Beschichtung erhielt, mit der auch eine hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit erreicht werden konnte. Der Isolationswiderstand beträgt selbst nach diversen Alterungsprozessen 10 Mega-Ohm. Audi unterzog die thermoREFLEX® – Schutzhülle verschiedenen Tests, die über das geforderte gesetzliche Maß hinausgehen. Den Grund dafür nennt Roland Wegscheider: „Unsere Ansprüche bei der Zulassung unserer Fahrzeuge sind hoch, insbesondere was die Sicherheit angeht. Durchgeführt wurden u.a. ein Test zur Klimawechselbeständigkeit mit einem Temperaturbereich von -40 °C bis +80 °C sowie eine Temperaturschockprüfung von -40 °C bis +95 °C. Der Anspruch: Es durften keine Veränderungen der Reißfestigkeit auftreten. Außerdem wurde die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit bei einem Prüfklima von 40 °C über 400 h geprüft. Da die Verbindungsnähte einen möglichen Schwachpunkt darstellen können, wurde auch eine Nahtprüfung erfolgreich durchgeführt. In allen Szenarien erwies sich die Aramid-Schutzummantelung als zusätzlicher Sicherheitsfaktor.