Verordnungskonforme Klebstoffe für Medizinprodukte

Die Klebstoffe eignen sich für die Verklebung von Kanülen, Atemmasken, Kathetern, Reservoirs, Wärmetauschern, Blutentnahmesets und Diagnosegeräten und erfüllen die Biokompatibilitätsprüfprotokolle der ISO 10993 (Bild: Hoenle)

09.01.2026 Verordnungskonforme Klebstoffe für Medizinprodukte

Mit Blick auf die Zukunft hat Hoenle Adhesives eine Auswahl fortschrittlicher UV-Klebstoffe für die Herstellung medizinischer Geräte auf den Markt gebracht. Diese sind gemäß der aktuellen REACH-Verordnung ECHA-konform und als TPO/CMR-frei zertifiziert. Sie reduzieren chemische Risiken am Arbeitsplatz und in der Umwelt. 

Für die Herstellung von medizinischen Wearables hat man UV-Klebstoffe entwickelt, die CMR-frei sind und ohne IBOA formuliert wurden. IBOA ist ein haftungsförderndes Monomer, das mit Fällen von Hautreizungen beim Menschen in Verbindung gebracht wird. IBOA-freie Klebstoffe können die Gesundheitsrisiken sowohl bei der Herstellung als auch für Nutzer:innen von Wearables verringern.

Die Entwicklung einer neuen Generation Klebstoffe mit TPO/CMR-freien Zusammensetzungen war das vorrangige Ziel des Unternehmens. Es wurde erwartet, dass dies zu Einbußen bei einigen Klebeigenschaften führen könnte, da CMR-freie Rohstoffe nur in begrenzter Menge verfügbar sind. Nach Labortests stellte sich jedoch heraus, dass die meisten der neuentwickelten Klebstoffe eine gleiche oder höhere Haftfestigkeit und Elastizität als die Originalprodukte aufweisen. So ist z.B. der neue Vitralit® E-7041 T  für das Needle Bonding geeignet. Er ist frei von TPO/CMR und IBOA. Im Vergleich zum ursprünglichen Klebstoff Vitralit® 7041 T erzielte Vitralit® E-7041-T eine um 100% höhere Haftfestigkeit bei PP/Edelstahl-Verbindungen und eine um 9% höhere Haftfestigkeit bei PC/PC-Verbindungen.

Ein weiteres Produkt für die Verklebung von Glasspritzen, Vitralit® E-4050, erzielte eine um 320% höhere Haftfestigkeit als der ursprüngliche Klebstoff Vitralit® 4050 bei der Verklebung von Glas mit Edelstahl. Diese verbesserten Klebstoffe sind nur zwei Beispiele aus dem neuen medizinischen Produktportfolio.

Eine optimale Aushärtung im Herstellungsprozess von Medizinprodukten lässt sich durch die Kombination der neuen Klebstoffe mit UV-/LED-Aushärtungssystemen von Hoenle erzielen. Unabhängig davon, ob der Klebstoff manuell oder in einem automatisierten Prozess ausgehärtet wird, bietet man Aushärtegeräte für die jeweilige Anwendung. Das breite Portfolio umfasst kompakte LED-Spot-Systeme, hochintensive Flut-Arrays, UV-Kammern und Förderbänder. Um einen kontrollierten UV-Aushärtungsprozess sicherzustellen, bietet man UV-Messgeräte an, darunter Messgeräte und Sensoren, die die Lichtintensität und -dosierung präzise messen können.

In Erwartung der von der EU vorgegebenen Änderungen hinsichtlich der zulässigen Stoffe in Klebstoffen hat das Unternehmen beschlossen, sein aktuelles medizinisches Portfolio rigoros zu überarbeiten, um es zukunftssicher zu machen. Neben der Einhaltung der Vorschriften führen auch die Erfahrungen und Rückmeldungen von Kunden zu einer wachsenden Liste unerwünschter Inhaltsstoffe. Das aktualisierte Klebstoffportfolio für die Medizintechnikbranche umfasst daher TPO-freie, IBOA-freie und insgesamt CMR-freie Produkte, die alle auf bewährten, langlebigen und etablierten Klebstoffen basieren, deren Qualität sich in verschiedenen medizinischen Anwendungen auf dem Markt bewährt hat. Dies ebnet den Weg für die Bereitstellung zukunftssicherer und nachhaltiger Klebstoffe unter Berücksichtigung aktueller Vorschriften und zu erwartender Änderungen. 

 

Lösungspartner

Hoenle Adhesives GmbH

Zielgruppen

Einkauf, Konstruktion & Entwicklung, Qualitätssicherung, Produktion & Fertigung