Systemkonzept für Schaltschrankhersteller

Dosierzelle 3E (Bild: Sonderhoff Holding GmbH)

29.04.2019 Systemkonzept für Schaltschrankhersteller

Für das Abdichten von Schaltschränken und Elektrogehäusen bietet Sonderhoff für jedes Produktionsvolumen die geeignete Lösung an – mit der Dosierzelle 3E, schnell aushärtenden Fast-Cure-Dichtungsschäumen und der selbstklebenden Polyurethan-Schaumdichtung Geko-Spider.

Für kleine Mengen an abzudichtenden Bauteilen sind die selbstklebenden Polyurethan- Schaumdichtungen Geko-Spider eine schnelle und flexible Lösung. Sie werden auf Rollen geliefert, in Größen von 9 x 5mm bis 14 x 8mm (Breite x Höhe). Für Blechbearbeiter, die überlegen, das Abdichten und Verkleben von Schaltschrankteilen zu automatisieren, bieten sich die neue Dosierzelle 3E sowie die schnell aushärtenden Fast-Cure-Dichtungsschäume für kurze Verbauzeiten an.   Die Bezeichnung 3E der 2K-Niederdruck-Dosierzelle steht für ökonomisch, effizient und ökologisch. Sie ist gebaut als Einsteigermodell für Standard-Anwendungen mit der FIP (Formed-in-Place)-Dichtungstechnologie. Die CE-konforme Dosierzelle 3E wird fertig montiert in einem Transportcontainer geliefert. Sie kann daher nach dem Prinzip Place, Plug & Work sofort in Betrieb genommen werden. Lange Einrichtezeiten und Kosten fallen somit nicht an. Für den konturgenauen Auftrag von Dichtungsschäumen oder Klebstoffen fährt der Mischkopf der Dosierzelle bei einer Geschwindigkeit von bis 15 m/min Schaltschrankteile bis zu einer Höhe von 250 mm in einem Bereich von 2500 x 1250 mm (Breite x Tiefe) ab.

Der optional verfügbare Wechseltisch der 3E-Dosierzelle ermöglicht das Bearbeiten der Bauteile auf zwei im Pendelbetrieb arbeitenden Aufnahmeplatten in einer Ebene. Damit können kurze Taktzeiten und ein kontinuierlicher Betrieb gewährleistet werden. Bei größeren Schaltschrankteilen können die beiden Tische zu einem großen Wechseltisch verbunden werden.

Die Polyurethan-Schaumdichtungen Fermapor® K31 dichten den Schaltschrankkorpus und die Türen perfekt ab, damit Feuchtigkeit, Spritzwasser und Staub nicht in das Innere eindringen und die Elektronik beschädigen können. Für die Hersteller von Schaltschränken für den Innen- oder Außeneinsatz steht ein breites Spektrum an Materialtypen mit unterschiedlichen Eigenschaften an: z.B. geringe Verbau- und Klebfreizeiten dank der sehr schnell reagierenden Fast-Cure-Schäume oder ein hoher Flammschutz gemäß Brandschutznorm UL 94 HF-1 oder auch ein gutes Rückstellverhalten der Schaumdichtungen, damit beim Öffnen und Wiederschließen der Schaltschranktür die Dichtwirkung auch nach Jahren noch erhalten bleibt. In der Gesamtkonstruktion mit dem Schaltschrank werden hohe Dichtigkeiten nach den Prüfklassifizierungen gemäß NEMA für Nordamerika oder den IP-Klassen (Eindringschutz) in Europa erreicht. Zusätzlich entsprechen die Schaumdichtungen Fermapor® K31  den US-Prüfnormen UL 50E für Schaltschränke und Elektronikgehäuse in nicht explosionsgeschützten Bereichen.

Bei der Entwicklung von Dichtungsrezepturen berücksichtigt man auch die spezifischen Fertigungskonzepte der Kunden. So kommt es bereits bei der Entwicklung von 2K- Schaltschrankdichtungen darauf an, das Reaktionsverhalten und die Topfzeit bis zum Beginn des Aufschäumens sowie die Aushärtezeit der Schaumdichtung optimal auf die Fertigungsprozesse im Schaltschrankbau abzustimmen. Hier ist u.a. die Verbauzeit entscheidend, also die Zeit, die für das Aushärten der Schaumdichtung notwendig ist und nach der die beschäumten Einzelteile erst zu einem Schaltschrank zusammengesetzt werden. Bis zur Endmontage werden die Schaltschrank­-Einzelteile – Seitenteile, Rückwand und die Türen – meist in Stapeln zur kompletten Aushärtung zwischengelagert.

Durch Einsatz der sehr schnell reagierenden Polyurethan-Schaumdichtungen Fermapor® K31 werden gegenüber herkömmlichen Dichtungen Klebfreizeiten von ca. 3 min. und Aushärtezeiten von bis ca. 20 min. realisiert. Der Vorteil: das Teilehandling und Weiterverarbeitungsprozesse können frühzeitiger beginnen. Die genannten Zeitangaben können allerdings, bedingt durch Temperatur, Verarbeitungs- und Maschineneinflüsse, variieren. Dank der kurzen Verbauzeiten durch Einsatz von Fast-Cure-Schäumen müssen Einzelteile nur noch für eine kurze Dauer gestapelt werden. Das spart Lagerfläche und Lagerkosten. Investitionen in Temperöfen, die für die Aushärtung von 1K-Schaumdichtungen erforderlich sind, sind dank des deutlich schnelleren Reaktionsverhalten der Fermapor® K31 Fast-Cure Schäume bei Raumtemperatur auch nicht erforderlich.

Mit dem SYSTEM3-Konzept bietet man Kunden den Vorteil, sowohl Schaumdichtungen, Klebstoffe und Verguss als auch die Dosieranlagen für den voll automatischen Auftrag dieser Materialien auf Bauteile aus einer Hand zu beziehen. Zusätzlich steht das umfangreiche Klebstoff-Portfolio von Henkel zur Verfügung. Oder der Kunde entscheidet sich für die Lohnfertigung zum Abdichten, Kleben und Vergießen seiner Bauteile.