Smarte Kunststoffverarbeitung

Messemotto (Bild: ARBURG GmbH + Co KG)

25.07.2019 Smarte Kunststoffverarbeitung

Der Messeauftritt von Arburg auf der K 2019 steht ganz im Zeichen der Themen Digitalisierung und Circular Economy. Mit „arburgXworld“ und „arburgGREENworld“ liefert man dabei Antworten auf zentrale Fragen für die Welt der Kunststoffverarbeitung und -nutzung.

Der Messestand bietet so viel digitale Arburg-Welt wie nie zuvor. An insgesamt zehn interaktiven Stationen der „Road to Digitalisation“ erfahren die Besucher mehr zu „Smart Machine“, „Smart Production“ und „Smart Services“. Dazu zählen z.B. der neue „Plastifizierassistent“ zur Materialaufbereitung und für Predictive Maintenance an der Schnecke sowie der Steuerungs-Simulator. Auch die bewährten sechs Assistenzpakete, das Leitrechnersystem ALS, das Turnkey Control Module ATCM und der Remote Service ARS sind auf der K 2019 vertreten.

Seit März 2019 ist das Kundenportal „arburgXworld“ für Kunden in Deutschland verfügbar. Neben kostenfreien Funktionen wie den zentralen Apps „Machine Center“, „Service Center“, „Shop“ und „Calendar“ wird es ab der K 2019 weitere kostenpflichtige Angebote geben, die erheblichen Mehrwert bieten. Neu ist z.B. der „Self Service“, das „Dashboard“ zum Maschinenstatus, der Steuerungs-Simulator, das Sammeln von Prozessdaten und die Maschinenauslegung.

Eine besonders „smarte“ Anwendung zeigt man an einem elektrischen Allrounder 570 A mit 2.000 kN Schließkraft und Gestica-Steuerung. In diese ist der neue Füllassistent integriert, d.h. der Allrounder „kennt“ das Spritzteil, das er produzieren soll. Den Füllassistent hat man mit dem Kooperationspartner Simcon entwickelt. Das offline erstellte Simulationsmodell und die Bauteilgeometrie werden direkt in die Steuerung eingelesen. An der Gestica-Steuerung wird in Echtzeit der Füllgrad des Bauteils in Relation zur aktuellen Schneckenposition als 3D-Grafik animiert. Zusammen mit Simcon wurde die Funktionalität des Füllassistenten erweitert, um ein größeres Werkzeug- und Materialspektrum abzudecken. Der Maschinenbediener kann interaktiv am Gestica-Bildschirm die Ergebnisse der offline erstellten Simulation mit dem Füllverhalten des letzten Zyklus vergleichen. Daraus resultieren Vorteile in Sachen Rüstzeit, Sicherheit und Effizienz.

Zum Thema Circular Economy präsentiert man zwei Anwendungen:

Bei der Produktion von Bechern aus PP wird rd. 30% Rezyklat eingesetzt. Bei diesem Praxisbeispiel für eine geschlossene Kreislaufwirtschaft kooperiert man mit der Firma Erema (Halle 9, Stand C05), die rezykliertes PP zur Verfügung stellt. In einer Zykluszeit von rd. 4s werden je acht Becher auf einem hybriden Allrounder 1020 H gespritzt. Diese neue Baugröße im Maschinenportfolio wird als Packaging-Version vorgestellt. Bei der zweiten Circular-Economy-Anwendung wird ein PCR-Material (Post-Consumer-Rezyklat) aus Haushaltsabfällen eingesetzt, um ein technisches Produkt zu fertigen. Das am Markt verfügbare PCR wird von einem elektrischen Zwei-Komponenten-Allrounder 630 A im Profoam-Schäumverfahren verarbeitet, das zweite Material ist TPE. Gespritzt wird ein Maschinentürgriff, dessen zwei Hälften im Werkzeug montiert werden. Danach erfolgt das teilweise Umspritzen des Griffs mit der weichen Komponente. Diese Anwendung veranschaulicht, wie sich PCR-Material in den Kreislauf zurückführen lässt, um hochwertige, langlebige Funktionsteile herzustellen.

Mit arburgGREENworld-Anwendungen zeigt man Lösungen in Sachen Circular Economy und Ressourcenschonung auf. Zahlreiche Aktivitäten – sowohl für Kunden als auch interne – wurden in dem neuen Programm „arburgGREENworld“ gebündelt, das auf vier Säulen beruht. Die ersten drei Säulen „Green Machine“, „Green Production“ und „Green Services“ beziehen sich auf die Angebote für Kunden und die vierte Säule „Green Environment“ subsummiert die internen Prozesse.

Wie sich mittels IMSE-Technologie (Injection Moulded Structured Electronics) funktionale In-Mould-Produkte erzeugen lassen, demonstriert ein elektrischer Allrounder 470 A mit 1.000 kN Schließkraft. Dazu werden Folien mit integrierten elektronischen Funktionen ins Werkzeug eingelegt und mit PC hinterspritzt. Zur Demonstration produziert die Spritzgießmaschine in einer Zykluszeit von rund 75 s ein Nachtlicht.

Mikroschalter aus temperfreiem LSR fertigt ein elektrischer Allrounder 270 A, ausgestattet mit einer Mikrospritzeinheit der Größe 5 mit 8-mm-Schnecke, achtfach-Werkzeug und LSR-Kartusche. Das Spritzteilgewicht beträgt lediglich 0,009 g, die Zykluszeit rund 20 s. Die Spritzteile werden von einem Multilift 3+1 entnommen, im Greifer optisch geprüft, nach Kavitäten getrennt abgelegt und schließlich in Papierbeutel verpackt. Solche Mikrobauteile werden in den Bereichen Automotive und Medizintechnik eingesetzt.

Das Umspritzen von Hybridbauteilen demonstriert ein vertikaler Allrounder 375 V mit 500 kN Schließkraft, der mit einem auf dem Maschinenständer montierten Multilift Select Robot-System kompakt automatisiert ist. Die Einlegeteile werden auf einer Rolle bereitgestellt und die Kontakte in einer Zykluszeit von rund 15 s zu Hybridsteckern umspritzt.

K 2019: Halle 13, Stand A13