Die EPDM-Eigenschaften für Medizin und Pharmaanlagen nutzen

Folienlösungen für Hochleistungsgeräte im Medizinbereich sind anspruchsvoll (Bild: Tec-Joint/iStock_Reptile8488)

18.03.2021 Die EPDM-Eigenschaften für Medizin und Pharmaanlagen nutzen

Die umfassenden Anforderungen an Dichtungs- und Formteillösungen in Medizin-und Pharmatechnik erfüllt die Tec-Joint AG erfolgreich mit EPDM-Lösungen – bei Bedarf in Kombination mit PEEK und PTFE.

Mit EPDM-Mischungen lassen sich die meisten Anforderungen an Dichtungs- und Formteilmaterialen gut erfüllen. Denn dieser Werkstoff lässt sich über den veränderbaren Ethylen- und Dien-Gehalt modifizieren und damit an die jeweiligen Anforderungen anpassen.

Grundsätzlich hat EPDM eine hervorragende Beständigkeit gegen Wärme, Ozon, Sauerstoff und damit eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Alterung. Weitere Eigenschaften sind seine gute Beständigkeit gegen Wasser, verdünnte Säuren, Laugen, Alkalien und Alkohole, Ketone, Glykole etc. Sehr gute elektrische Isoliereigenschaften, eine sehr geringe Wasseraufnahme, die gute Dampfbeständigkeit, eine hohe Elastizität und gute Kälteflexibilität runden das Profil ab. Dagegen ist seine Unbeständigkeit gegen Fette und Kohlenwasserstoffe bei der jeweiligen Anwendung zu berücksichtigen.

Auf Basis dieses Werkstoffprofils lassen sich in der Medizin- und Pharmatechnik viele Lösungen realisieren. Ziel ist es – wo immer möglich – mit einem modifizierten Material auszukommen. Wo dies nicht reicht, haben sich Multilayer bewährt. So wurde z.B. für eine Pharma-Produktionsanlage ein Dichtungsmaterial gesucht, das – zusätzlichen zu den Standardanforderungen – in einem breiten Spektrum chemikalienbeständig und bei Temperaturen bis 150 °C einsetzbar ist. Gelöst wurde diese Herausforderung mit einem Multilayer – basierend auf einer EPDM-Mischung mit 45 Shore A-Härte, die zudem der UL 94 V0 entspricht und REACH-und RoHS-konform ist. Eine Folie aus dieser Mischung wurde einseitig mit einer 0,2 mm dicken PTFE-Folie ausgerüstet, um u.a. die geforderten Gleiteigenschaften zu erfüllen. Auf der anderen Seite kommt eine 0,2 mm starke PEEK-Folie zum Einsatz. Mit ihr wurden u.a. die Anforderungen an chemische Beständigkeit erfüllt. Der Multilayer ist insgesamt 1,2 mm dick, was im Rahmen der geforderten Dickentoleranz liegt.

Interessant ist bei Materialentwicklungen für diese Branchen auch die zunehmende Ausrüstung von Dichtungshalbzeugen und -Folien mit Zusatzfunktionen, wie z.B. selbstklebenden Schichten, die die Verarbeitung erheblich erleichtern können. Und auch hier geht die Entwicklung kontinuierlich weiter. Mit der richtigen Werkstoffbasis und dem entsprechenden Fertigungs-Know-how lassen sich so für viele Medizin- und Pharmaapplikationen die optimalen Lösungen realisieren.