Dichtungstechnik-Pionier verstorben

Rolf Westhoff (rechts) hier mit seinem Bruder Heinz Westhoff (links) (Bild: Sonderhoff/Henkel)

25.10.2023 Dichtungstechnik-Pionier verstorben

Am 24.09.2023 starb mit Rolf Westhoff der Wegbereiter der FIPFG-Technologie. Vor mehr als 50 Jahren war sein Glaube an den 2K-Polyurethan-Dichtungsschaum der Startschuss für eine Technologie, die bis heute permanent weiterentwickelt und immer breiter eingesetzt wird.

Die Geschichte beginnt 1958, als Karl-Heinz Westhoff, der Vater von Rolf Westhoff, das Unternehmen Ernst Sonderhoff Dichtungsmassen, das 1K-Dichtungsmassen vertrieb, übernahm. Damals wurden noch lösemittelhaltige Dichtungsmassen an Motoren von großvolumigen Schiffsdieseln, mobilen Arbeitsgeräten, Schwerlast-Getrieben und elektrischen Getriebemotoren eingesetzt. 1965 wurde dieses 1K-Portfolio dann um den 2K-Polyurethan-Dichtungsschaum ergänzt: Eine Idee, für die sich Rolf Westhoff von Anfang stark gemacht hatte und die die Weichen für die weitere Entwicklung des Unternehmens stellte. In der Praxis setzte Sonderhoff die Idee der 2K Dichtungsschäume erstmals mit dem BASF-eigenen Verpackungsunternehmen um: Durch die dynamische Vermischung von zwei flüssigen Komponenten bei Raumtemperatur gelang das Aufschäumen eines Dichtungskörpers aus Polyurethan. FERMAPOR K31 war geboren und wurde zum Patent angemeldet. Das Material löste Moosgummidichtungen ab und hat sich heute als Dichtungsapplikation im Bereich der Kunststoffdeckel und Schwarzblech-Fassdeckel zum Standard entwickelt.

1988 wurde Rolf Westhoff mit seinem Bruder Heinz Gesellschafter der ERNST SONDERHOFF GmbH & Co. KG. Der Generationenwechsel war eingeleitet. In neuer Funktion folgten weitere Entwicklungen, die bis heute Markt und Entwicklung der FIPFG-Technologie prägen. Mit Übernahme der Maschinenfabrik EDF entstand 1995 das Konzept „Material und Maschine aus einer Hand“, dass sich heute in vielen Bereichen bewährt hat. Im selben Jahr übernehmen Rolf und Heinz Westhoff das Unternehmen als geschäftsführende Gesellschafter.

Die 2000er Jahren waren dann durch Expansion des Unternehmens in globale Märkte geprägt. Selbst in seinem Ruhestand blieb er seinem Team weiterhin freundschaftlich und beratend verbunden. „Denn bei aller technischer, visionärer und unternehmerischer Innovationskraft war es am Ende immer der Mensch Rolf Westhoff, der auf seine freundliche und faire Art Mitarbeiter sowie Kunden für seine (Dichtungs-) Ideen gewinnen konnte und so vieles möglich machte“, so Peter Fischer, Head of Global Market & Customer Activation Sonderhoff Portfolio bei Henkel.

Lösungspartner

Henkel AG & Co. KGaA (Standort Köln) / Sonderhoff Technologie

Zielgruppen

Einkauf, Instandhaltung, Konstruktion & Entwicklung, Produktion & Fertigung, Qualitätssicherung, Unternehmensleitung, Vertrieb