Biokompatibler Schmelzklebstoff schließt Wunden

Wunden können zukünftig mit einer Art „Heißklebepistole“ geklebt werden. (Bild: technion-israel)

15.04.2020 Biokompatibler Schmelzklebstoff schließt Wunden

Forscher des Technion – Israel Institute of Technology – haben – nach Informationen des Industrieverbands Klebstoffe e. V. (IVK) – ein medizinisches Heißklebesystem entwickelt, mit dem Wunden zukünftig geklebt werden können.

Große offene Wunden werden oft immer noch genäht oder geklammert. Mit einem neuen Heißklebesystem können sie zukünftig geklebt werden. Es besteht aus einer Art „Heißklebepistole“ in Kombination mit einem hautfreundlichen Schmelzklebstoff. Der Klebstoff bleibt während des Heilungsprozesses flexibel und löst sich innerhalb von ein paar Wochen rückstandslos auf. Der Schmelzklebstoff  – bzw. ein biokompatibles, bioabbaubares und elastisches Polymer auf Polycaprolacton-Basis – schmilzt bei Temperaturen knapp über Körpertemperatur und kann so einfach verarbeitet werden, ohne zu Verbrennungen zu führen. Um die gewünschten mechanischen Eigenschaften, die Haltbarkeit und Gewebeverträglichkeit zu erreichen, haben die Wissenschaftler an der physikalischen Struktur experimentiert, ohne die chemischen Merkmale zu verändern [*]. Das schon bei minimalem Druck schmelzbare Polymer kann mit einer speziellen medizinischen Klebepistole direkt auf die Wunde aufgetragen werden, härtet schnell aus und verbindet sich dabei fest mit den Wundrändern. Während des gesamten Heilungsprozesses bleibt das geklebte Gewebe flexibel. Nach ein paar Wochen löst sich der biokompatible Klebstoff vollständig auf. Zudem soll das Material viermal stärker sein als bisher verwendete [*].

Die Biokompatibilität des innovativen Klebsystems wurde bereits in entsprechenden Laborversuchen bestätigt. In Zukunft sollen so der Einsatz von Klammern oder Nadeln reduziert, der Heilungsprozess beschleunigt und die Narbenbildung verringert werden [*].