Weniger Ausschuss durch kontrollierten Härtungsprozess

Beim Optical Bonding-Prozess wird das Silikon-Material flüssig appliziert. Im Gegensatz zu Acrylaten wird das Silikon allerdings nicht UV-gehärtet, sondern bei der Aushärtung kommt der selbstentwickelte Prozess „MaxVU-Prozess“ zum Einsatz (Bild: VIA optronics GmbH)

17.09.2018 Weniger Ausschuss durch kontrollierten Härtungsprozess

Optical Bonding auf Silikonbasis – konstante Materialeigenschaften bei Temperaturschwankungen zwischen -50 °C und 120 °C

von Alexandra Müller-Plötz (VIA optronics GmbH)

Die Herstellung optimaler Displays für vielfältige Anwendungen ist immer noch ein Thema, das Spezialisten  fordert. Mit einem neuen – in Teilen patentierten – Optical Bonding-Prozess auf Silikonbasis werden jetzt die Nachteile von Acrylaten vermieden.

Seit Jahren wächst die Zahl der Displayanwendungen mit Touchfunktion für die Automobilbranche stetig: Wurden laut Statista 2014 weltweit noch 37 Mio. Stück ausgeliefert, waren es 2016 bereits 44,5 Mio. Bis 2021 wird sogar ein Anstieg auf 65,5 Mio. erwartet. Doch Displays im Automobilinnenraum müssen für extreme Bedingungen ausgelegt sein: Starke Sonneneinstrahlung verursacht ungewollte Reflexionen – oft ein Sicherheitsrisiko während der Fahrt – und lässt außerdem die Temperaturen im Fahrerraum drastisch ansteigen. Vorwiegend in kälteren Regionen muss die Ausstattung zudem auch dauerhaft mehr als -20 °C standhalten.

Displays mit Touch-Funktion für Automobil-Anwendungen müssen aber noch weiteren Trends Rechnung tragen. Sie werden größer, haben gekrümmte Oberflächen und sollen z.B. in verschiedene Flächen wie Windschutzscheiben und Spiegel integriert werden. So verschieden jedoch die Tendenzen wirken mögen, so klar ist die zentrale Botschaft: Displays spielen eine immer größere Rolle für die Gestaltung des Innenraums. Dabei werden nicht nur Trends aus dem Consumer-Bereich adaptiert, sondern auch Vorbereitungen hinsichtlich des autonomem Fahrens getroffen, welche das Display zu einem zentralen Element im Fahrzeuginnenraum machen. Und gerade in der Automobilbranche müssen Displays wesentlich höhere Anforderungen erfüllen als im Consumer-Bereich: Vor allem die Lesbarkeit bei unterschiedlichen Lichtbedingungen ist ein nicht zu vernachlässigender Aspekt. Um diese zu erreichen, greifen Display-Hersteller oft auf Optical Bonding zurück.