Wandel zum Besseren

Umweltfreundlich, haftungserhöhend und ungefährlich für die Elektronik: Anstatt mit Nass-Chemikalien werden die Gehäuse der Maschinenleuchten vor ihrer Verklebung heute mit Openair-Plasma vorbehandelt (Bild: Plasmatreat GmbH)

31.10.2017 Wandel zum Besseren

AD-Plasma sichert nachhaltig Klebprozesse bei LED-Leuchten

von Inès A. Melamies (Blue Rondo International e.K.), Peter Langhof (Plasmatreat GmbH), Denis Stehle (Herbert Waldmann GmbH & Co. KG)

Der Wechsel von einem eingeführten Industrieprozess zu einem neuen, ist ein großer Schritt. Ein führender Leuchtenhersteller entschied sich zum radikalen Wandel seiner Vorbehandlungsmethode vor dem Verkleben. Mit dem Ersatz der nasschemischen Prozesse durch Atmosphärendruckplasma (AD-Plasma) erhöhte sich die Langzeitstabilität der Klebverbindung auf ganz umweltfreundliche Art.

Wenn es um die Beleuchtung zur Sicherheit und Gesundheit der Menschen in der Produktion, um die Einsparung von Energie unter Berücksichtigung von Umweltaspekten und um eines der  erfolgreichsten Produktionskonzepte geht, gehört die Herbert Waldmann GmbH & Co. KG zu den Vorreitern. Mit Kaizen, übersetzt „Wandel zum Besseren“, brach im Jahre 2001 für die Mitarbeiter des Unternehmens ein neues Produktionszeitalter an. Der gesamte Betrieb wurde damals auf das Just-in-time-Konzept umgestellt. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess zieht sich bis heute durch alle Ebenen des Unternehmens  und betrifft in der Produktion sämtliche Arbeitsschritte, von der Entwicklung über die Teilefertigung bis hin zum Endprodukt.

Hohe Anforderungen

In der Industrieproduktion ist die richtige Beleuchtung am richtigen Ort ein entscheidender Faktor für mehr Ertragfähigkeit und Mitarbeitermotivation. Ein wichtiger Produktbereich des Herstellers ist die Fertigung von Industrieleuchten, insbesondere von LED-Maschinenaufbauleuchten (Bild 1). Sie dienen zur Innenbeleuchtung von Maschinen, wobei es sich vornehmlich um solche handelt, die bei ihrer Arbeit mit den Leuchtengehäusen nicht gerade sanft umgehen: Bei zerspanenden Werkzeugmaschinen fliegen metallene Späne, hier wird gedreht, gebohrt, gefräst und geschliffen. Die Gehäuse und Blenden sind aber auch chemischen Substanzen wie Kühlschmiermitteln und Ölen ausgesetzt. Nichts von all dem darf deren Klebung beeinträchtigen, weshalb die Anforderungen an die Dichtigkeit extrem hoch sind. Eine feste und langzeitstabile Verklebung verlangt jedoch immer eine gute Vorbehandlung der Material-oberfläche.

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