Von der Rolle

PTFE-Dichtungsbänder für chemische Anlagen (Bild: W.L. Gore & Associates GmbH)

14.03.2016 Von der Rolle

Verbesserte Dichtungseigenschaften und reduzierte Wartungskosten für Chemie-Anlagen durch ePTFE-Dichtungsbänder

von Dipl.-Ing. (FH) Christian Wimmer (W. L. Gore & Associates GmbH)

Korrosion, ungeeignete Materialien und Dichtungsversagen sind wiederkehrende Probleme in der chemischen Industrie. Dichtungsbänder aus ePTFE bieten sich für Instandhalter als vielfältiger Problemlöser an.

Für den Einsatz in der chemischen Industrie besitzt Polytetrafluorethylen (PTFE) verschiedene Vorteile: Es ist chemisch inert in einem Bereich von pH 0 bis 14, sodass es in fast allen Anwendungen als Dichtungsmaterial genutzt werden kann. Es weist eine hohe Temperaturbeständigkeit von -268 °C bis +315 °C auf. Es altert nicht, ist wetter- und UV-beständig sowie physiologisch unbedenklich. PTFE hat aber auch einen Nachteil: Es ist mechanisch instabil. Dasbedeutet, es „fließt“ oder „kriecht“ unter Belastung. Dies führt zu einer nachlassenden Dichtigkeit der Flanschverbindung über die Betriebszeit. Insbesondere die Herstellung von Vinyl-, Ethyl- und Methylchlorid, aber auch von Chlor, HCI und PVC ist eine große Herausforderung für PTFE. Der Werkstoff wird zwar seit Jahren in entsprechenden Produkten eingesetzt, allerdings müssen die Dichtungen regelmäßig ausgetauscht werden. Und auch andere eingesetzte Dichtungsmaterialien wie verschiedene Elastomere und gefülltes PTFE sind zwar funktionsfähig, haben jedoch individuelle Nachteile. Auch die oft verwendeten Kammprofil-Graphit- oder Wellringdichtungen aus diesen Werkstoffen sind nicht ohne Probleme. Regelmäßig nötiges Nachziehen, mangelnde Alterungs- oder chemische Beständigkeit oder Schwierigkeiten beim Ausbau sind an der Tagesordnung. Härtere herkömmliche Dichtungen führen bei Unregelmäßigkeiten an der Flanschoberfläche unter Umständen zur Leckage. Daher besteht Bedarf an Dichtungen, die eine längere Lebensdauer besitzen und den Flansch vollständig abdichten.