Viel Potenzial

Membran aus einer neuen FFKM-Mischung mit hoher chemischer Beständigkeit (Bild: © Polycomp BV)

19.09.2016 Viel Potenzial

Trends bei Dichtungswerkstoffen und -compounds – ein Überblick

Viele der steigenden Anforderungen an Dichtungen – seien sie markt- oder normengetrieben – werden heute über weiterentwickelte Werkstoffe und Compounds erfüllt. Hier gibt es noch viel Potenzial, wie die  nachfolgenden Beispiele zeigen. Das darf allerdings nicht den Blick auf die Grenzen der Physik und Chemie verstellen, die auch für Werkstoffe und Compounds gelten.

Wir stoßen im Markt auf immer mehr Anwendungen, bei denen bestehende Materialien den steigenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Chemikalien und Gase, die mit Gummiteilen in Kontakt kommen, werden immer aggressiver. Und immer mehr Anwendungen haben höhere Betriebstemperaturen, wobei gleichzeitig die Tieftemperaturflexibilität der Teile – wie z.B. Dichtungen – an Bedeutung zunimmt.

So kommen z.B. Kfz-Dichtungen und -Membranen aus FVMQ (Fluorsilikonen) nicht mehr mit den aggressiven Medien zurecht und haben zu kurze Standzeiten. Parallel dazu werden auch immer mehr Dichtungen und Formteile kleiner – und das bis in den Mikrobereich.

Für diese Anwendungen haben wir FKM-Typen mit Tg-Werten von -30 °C bis -40 °C entwickelt, die eine verbesserte chemische Beständigkeit gegenüber FVMQ aufweisen und die geforderte Lebensdauer wieder erfüllen. Eine weitere Entwicklung trägt den Anforderungen von industriellen Druckanwendungen Rechnung. Die Tinten, die in diesen Druckern verwendet werden, lassen Standard-Kautschuke und sogar FKM quellen. Dies ist mit Hinblick auf die Druckgenauigkeit dieser Geräte nicht akzeptabel. Eine Lösung sind Mischungen aus FFKM (Perfluorelastomer), die in Kontakt mit diesen Tinten nicht quellen. Für Mikropumpen für die Medizin, Chemie und Luftfahrtindustrie haben wir FFKM-Mischungen mit ausgezeichneter chemischer Beständigkeit und großen Betriebstemperaturbereichen sowohl für Niedrig- als auch Hochtemperaturanwendungen entwickelt. Gerade in diesem Segment sind die Anforderungen nicht nur hohe chemische  Beständigkeit, sondern auch Flexibilität bei niedrigen Temperaturen und die Langlebigkeit der Membranen sind von größter Bedeutung.

Dr. J. Peter Wakker, Technical Director, Polycomp BV
„Aggressive Medien und die Beherrschung größerer Temperaturbereiche sind zentrale Treiber für die Werkstoff- und Compound-Entwicklung – mit einem immer spezielleren Zuschnitt auf Branchenanforderungen.“ Dr. J. Peter Wakker, Technical Director, Polycomp BV