PTFE richtig einsetzen

Das Lasern der Bauteile mit beliebigen Kennzeichen ist ein wirksamer Schutz vor Produktpiraterie (Bild: Beichler + Grünenwald GmbH)

29.11.2019 PTFE richtig einsetzen

Der Ersatz von Standardwerkstoffen erfordert ein ganzheitliches Vorgehen

von Roland Huber (Beichler + Grünenwald GmbH)

Hochleistungswerkstoffe ersetzen angesichts steigender Anforderungen an Bauteile, wie z.B. Dichtungen, in zunehmendem Maße Standardwerkstoffe. PTFE mit all seinen Varianten ist dafür ein gutes Beispiel. Allerdings sollte man verschiedene Aspekte für einen effizienten Einsatz berücksichtigen.

Überall da, wo extremere Anforderungen an ein Material gestellt werden und konventionelle Materialien an ihre Grenzen stoßen, eröffnet PTFE durch seine Medienbeständigkeit neue Potenziale. Damit ist es besonders für die Lebensmittel- und Pharma-Industrie interessant. PTFE wird aber auch in vielen anderen Branchen eingesetzt. Es hält extrem niedrigen wie auch hohen Temperaturen, Witterungseinflüssen, Ozon und UV-Strahlung stand. Rahmenbedingungen, die viele andere Polymere verspröden lassen, sind für PTFE-Dichtungen und -Formteile kein Problem. Lediglich flüssiges Natrium und Fluorverbindungen greifen diesen Kunststoff an. Zu den wichtigsten Eigenschaften zählen:

  • eine Temperaturbeständigkeit von -200 °C bis +260 °C
  • die chemische Beständigkeit gegenüber fast allen Medien
  • absolute Antihaftung
  • sehr gute elektrische Isolationseigenschaften
  • der niedrigste Gleitreibungskoeffizient aller Feststoffe
  • stabile Dielektrizitätskonstante bei Einsätzen im Hochfrequenzbereich

Doch bei so viel Licht, gibt es auch Schatten. So ist z.B. bei Dichtungslösung das ausgeprägte Fließverhalten dieses Werkstoffes zu berücksichtigen. Deshalb ist es wie bei allen Hochleistungswerkstoffen wichtig, die Einsatzbedingungen ganzheitlich zu erfassen, was auch die in den jeweiligen Branchen geltenden Normen und Regelwerke betrifft. Für einen effektiven Einsatz dieses Werkstoffes sind also Erfahrung und Know-how notwendig, insbesondere da in Projekten auch immer wieder neue Wege beschritten werden. Dichtungen und Formteile aus PTFE sind selten ein Standardprodukt. Auf Basis seiner langjährigen PTFE-Erfahrung kann Beichler + Grünenwald heute die vielfältigen Möglichkeiten des Werkstoffs PTFE nutzbringend für Anwender ausschöpfen und wirtschaftliche sowie auf den Kunden zugeschnittene Lösungen realisieren. Dazu zählen Halbzeuge, Formpressteile und Fertigteile, z.T. mit Dichtungsfunktion, Beschichtungen und Schweißtechniken.