Prüfdruck und Leckrate bei industriellen Dichtheitsprüfungen

Testleck, das einen definierten Durchfluss bei dem angelegten Druck hat. Testlecks dienen der Nachstellung von grenzwertigen Prüfteilen (Bild: CETA Testsysteme GmbH)

30.10.2019 Prüfdruck und Leckrate bei industriellen Dichtheitsprüfungen

Methoden zur Festlegung der Prüfparameter Prüfdruck und Leckrate

von Dr. Joachim Lapsien (CETA Testsysteme GmbH)

Eine Vielzahl von Produkten wird unter den unterschiedlichsten Bedingungen eingesetzt. Häufig sind sie Feuchtigkeit oder wechselnden Umweltbedingungen ausgesetzt. Somit müssen sie dicht sein und werden im Rahmen der End-of-Line-Prüfung auf Dichtheit geprüft. Nur so ist sichergestellt, dass sie unter Betriebsbedingungen bzw. Umwelteinflüssen korrekt funktionieren und nicht aufgrund von Leckage ausfallen. Dieses ist um so wichtiger, je kritischer der Ausfall des Produktes ist. In einigen Industriezweigen, wie z.B. im Automotive-Bereich, ist es selbstverständlich, dass jedes Produkt zu 100% auf Dichtheit geprüft wird.

Somit kommt der Integration der Dichtheitsprüfung in den Produktionsprozess eine hohe Bedeutung zu. Hierbei handelt es sich um eine 100%-Stückprüfung. Bei der Umsetzung der Dichtheitsprüfung gilt es insbesondere, die Prüfparameter Prüfdruck und zulässige Leckrate festzulegen. Hierzu werden verschiedene Ansätze vorgestellt.

Übersicht über industrielle Dichtheitsprüfverfahren
Im industriellen Bereich werden – je nach Leckrate – als Prüfmedien Wasser, Druckluft, Wasserstoff (Formiergas: 5% Wasserstoff, 95% Stickstoff) und Helium eingesetzt. In Abhängigkeit von der Größe der zulässigen Leckrate ist vorab zu entscheiden, welches Prüfmedium eingesetzt wird (Tabelle 1). Für die Dichtheitsprüfung im Produktionsprozess sind als Vorgaben der Prüfdruck und die zulässige Leckrate notwendig.