Never change a running system?

Aufgrund der werkzeuglosen Applikation sind PUR-Dichtungen im FIPFG-Verfahren eine kostengünstige Alternative für Bauteile mit komplexen Dichtungsgeometrien (Bild: Pöppelmann K-Tech)

30.11.2017 Never change a running system?

Für den Einsatz von Flüssigdichtsystemen gibt es viele Argumente

von Dirk Stubbe (Pöppelmann GmbH & Co. KG)

Ungeachtet aller Technologie- und Markttrends, eines ändert sich nicht: Baugruppen effizient abzudichten, erfordert umfassendes Wissen sowie den Dialog über verschiedene Prozesstechniken und Konstruktions- und Montage-Know-how.

Eine Fülle von Einflussfaktoren bestimmt die Auswahl des Dichtungssystems. Dabei können ortsgeschäumte PUR-Dichtungen eine flexible und vielfältig einsetzbare Lösung sein. Dieser Dialog muss früh beginnen, denn Effizienz und Wirtschaftlichkeit in der Produktion definieren Entwickler und Konstrukteure bereits in einer frühen Projektphase über die Funktion von Bauteilen und Baugruppen. Besonders deutlich wird das an Dichtungslösungen, die mit hoher Prozesssicherheit, reproduzierbarer Qualität und Toleranz und nicht zuletzt hoher Gestaltungsfreiheit realisiert werden müssen. Hier setzen wir mit unseren im FIPFG-Verfahren (Formed-in-Place-Foam-Gaskets) erzeugten PUR-Dichtungen an. Unsere Kompetenzen liegen, neben der individuellen Beratung, der schnellen Entwicklung, dem hauseigenen Werkzeugbau und der Serienproduktion, in vielen Detaillösungen. Um die Vorteile dieser Technologie auszuschöpfen, sind bereits im Konstruktionsprozess hinsichtlich Bauteilgestaltung und Verbausituation individuelle Dichtungskonzepte zu entwickeln. Hier entscheidet sich in weiten Teilen, wie wirtschaftlich das Bauteil als Spritzgussteil im Werkzeug ausgelegt und später geschäumt werden kann. Neben den erforderlichen verschiedenen Prozessschritten „unter einem Dach“ stellen wir eine Schutzart-Prüfkammer gemäß DIN 40050 zur Verfügung, die Kunststoffteile und Dichtungen gemäß der geforderten IP-Dichtigkeitsklassen prüfen und dokumentieren kann. Anhand von Prototypen lässt sich bereits in der Entwicklungsphase die Dichtigkeit der Bauteile bewerten.

Für ortsgeschäumte PUR-Dichtungen sind zwei Anwendungsbereiche üblich. Einerseits können sie klassische Dichtungsaufgaben übernehmen. Andererseits verringern sie aber auch Vibrationen, Lärm und Schwingungen. Letzteres spielt vor allem in der Automobilindustrie eine Rolle, weil die Fahrzeugakustik erheblich zum Fahrkomfort beiträgt. Aber auch in der Elektrotechnik und im Maschinen- und Apparatebau müssen Konstrukteure die Noise Vibration Harshness (NVH) berücksichtigen – entsprechend sind PUR-Dichtungen auch hier zum Einsatz.

Dirk Stubbe, Projektleiter, Pöppelmann GmbH & Co. KG
„Traditionell werden statische Lösungen montiert oder Dichtungen im 2K-Spritzguss angebracht. Ortsgeschäumte PUR-Dichtungen können eine wirtschaftliche Alternative zu diesen Verfahren sein, die aber von Konstrukteuren noch viel zu wenig genutzt wird.“ Dirk Stubbe, Projektleiter, Pöppelmann GmbH & Co. KG