Material prozesssicher aufbereiten, vorhalten und dosieren

Schwierige Materialien bzw. Ausgangsformen können diskontinuierlich aufgegeben werden – Polyisobutylen (Bild: UTH GmbH)

17.09.2018 Material prozesssicher aufbereiten, vorhalten und dosieren

Neue Lösung zur exakten Dosierung zähfließender bis hochviskoser Polymere bei der Mischung von Dicht- und Klebstoffen

von Manuel Beßler (UTH GmbH), Daniel Flügel (UTH GmbH)

Die optimale Mischung der Rohstoffe hat einen hohen Einfluss auf die Funktion einer Dichtung oder Klebestelle. Und gerade bei zähfließenden bis hochviskosen Polymeren ist dieser Qualitätsaspekt nicht zu unterschätzen. Ein neues Polymer-Dosiersystem bietet hier eine Alternative zu den häufig verwendeten Fassschmelzer- und Granulatbeschickungssystemen – insbesondere für einen kontinuierlichen Mischprozess.

Die Prozessanforderungen bei der Herstellung moderner Kleb- und Dichtstoffe steigen kontinuierlich und damit auch die Herausforderungen an die verwendete Verfahrenstechnik. Die traditionelle Herstellung der Kleb- und Dichtstoffe mit konventionellen, diskontinuierlichen Mischaggregaten im Batch-Betrieb und deren Nachfolgeeinrichtungen wird heute immer häufiger durch kontinuierliche Mischverfahren abgelöst. Hierdurch lassen sich schnellere Prozessdurchlaufzeiten erreichen, Prozessfehler vermeiden und hohe Durchsätze produzieren, um somit eine maximale Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Im Bereich des kontinuierlichen Mischens kommen diverse Maschinentypen mit unterschiedlichen Mischverfahren zum Einsatz, z.B. der Doppelschnecken-Extruder/Mischer, Planetwalzenextruder oder Ko-Kneter. Bei der Zugabe der verschiedenen Rohstoffe können sich unterschiedliche Herausforderungen ergeben. So müssen z.B. die einzelnen Rohstoffe, die in exakten Prozentteilen zu einem fertigen Kleb- und Dichtstoff vermischt werden sollen, prozesssicher den entsprechenden Mischbereichen der kontinuierlichen Mischer zugeführt werden.

Viele dieser Rohmaterialien liegen als Flüssigkeit, Pulver oder Granulat vor. Hierfür gibt es eine Reihe von handelsüblichen Dosieraggregaten. Die Basispolymere als Grundbestandteil liegen allerdings typischerweise als Ballenware oder als zähfließende Materialien in Transportgebinden (z.B. Hobbock) vor. Diese Ausgangsformen mit oftmals speziellen Materialeigenschaften lassen sich nur schwierig mit den handelsüblichen Dosieraggregaten verarbeiten oder ihre Konsistenz kann zu weiteren notwendigen Prozessschritten und/oder Qualitätseinbußen führen.