Kontinuierlich abdichten – ohne Zwischenlagerung

Die Mold’n Seal-Anlage – Entnahmegerät, Sechs-Achs-Roboter sowie Misch- und Dosieranlage (Bild: Sonderhoff Holding GmbH)

01.11.2018 Kontinuierlich abdichten – ohne Zwischenlagerung

Mit Mold’n Seal getrennte Prozesse effizient kombinieren

von Florian Kampf (Henkel AG & Co. KGaA (Standort Köln) / Sonderhoff Technologie)

Mit der angebrochenen Ära Industrie 4.0 steht nicht nur das Internet der Dinge im Vordergrund, sondern auch höchst mögliche Flexibilität in der Fertigung an Stelle konventioneller Massenfertigung. Dabei stehen die Fertigungskonzepte und -methoden bei den Kunststoff und Metall verarbeitenden Zulieferbetrieben der OEM ständig auf dem Prüfstand, effizient zu sein. Mit der Einführung des neu entwickelten Inline-Produktionsverfahrens Mold’n Seal konnte der Automobilzulieferer Weidplas eine effiziente Fertigung bei hoher Stückzahl auf kleinstem Raum realisieren.

Zielvorgabe war, unterschiedliche Fertigungsschritte in einer Inline-Fertigung zu integrieren, ohne den Produktionsprozess unterbrechen zu müssen und Spritzgussteile zwischenzulagern. Zusätzliche wurde gefordert die Teile, die im Autoinnenraum verbaut werden, mit einer emissionsarmen Schaumdichtung abzudichten. Vor diesem Hintergrund beauftragte der Automobilzulieferer einen Spritzgussmaschinenhersteller sowie einen Systemlieferant und Prozessspezialist für das Dichtungsschäumen, Kleben und Vergießen von Industriebauteilen. Es galt bei diesem Projekt die Prozesseffizienz der gesamten Teileproduktion zu maximieren, Ausschuss zu minimieren und damit Produktionskosten zu senken. Ein Weg dahin konnte durch die Prozessintegration verschiedener Fertigungsschritte in einer Produktionszelle – dem Spritzgießen der Teile und dem Abdichten unmittelbar im Anschluss – erreicht werden.

Beide Zulieferunternehmen haben bei der Projektumsetzung eng zusammengearbeitet. Der Spritzgussmaschinenhersteller lieferte die Spritzgussanlage und das Entnahmegerät sowie den Sechs-Achs-Roboter. Eine Kühl- und Aushärtestrecke sowie ein Förderband übernehmen die Transportaufgaben in der Anlage. Für die Dosierung der emissionsarmen Schaumdichtung gemäß der FIPFG- (Formed in-place foam gasket) Dichtungstechnologie kommt die Misch- und Dosieranlage DM 402 mit dem Präzisionsmischkopf MK 625, in der Prozessausführung Mold’n Seal zum Einsatz. Die in vielen Industrien eingesetzte FIPFG-Dichtungstechnologie ermöglicht es, Dichtungsmaterial in einem vollautomatischen Applikationsprozess direkt auf Bauteile konturgenau aufzutragen, wo sie zur Schaumdichtung bei Raumtemperatur ausreagiert.