Fit for Flansch

Konzentration am Flansch: Der Lanxess-Sicherheitsbeauftragte Michael Fischer (links) bei seiner praktischen Prüfung mit Atlas-Copco-Prüfer Markus Walczyk (Bild: Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

18.09.2017 Fit for Flansch

Nur qualifizierte Mitarbeiter halten Rohrleitungsverbindungen dicht

von Heiko Wenke (Atlas Copco Tools Central Europe GmbH)

Mit der vor drei Jahren erfolgten Einführung der DIN EN 1591 4 verschärften sich die Anforderungen an die Montage von Flanschverbindungen druckbeaufschlagter Rohrleitungen und Systeme drastisch. Beim Spezialchemie-Konzern Lanxess war man sich sofort klar, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen neuen Normvorgaben entsprechend weiterzubilden und zu geprüften Verschraubungsmonteuren für druckbeaufschlagte Rohrleitungssysteme zu qualifizieren waren.

Reichten früher die praktische Erfahrung am Arbeitsplatz und regelmäßige Tätigkeiten an Flanschverschraubungen sowie gelegentliche Auffrischungslehrgänge aus, so müssen nach den neuen Normvorgaben bestimmte Berufsgruppen heute mindestens eine Grundqualifizierungsstufe durchlaufen und – zum Befähigungsnachweis – auch eine praktische Prüfung vor einem unabhängigen Auditor erfolgreich ablegen.

Mehr als 2 Mio. Flanschverbindungen
Keine leichte Aufgabe, umfasst die Gesamtbelegschaft von Lanxess an den Standorten in Leverkusen und Dormagen doch rd. 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Aufgabenbereich der zentralen mechanischen Instandhaltung gibt es in den zahlreichen Betrieben an diesen Standorten mehr als 1. Mio. Flanschverbindungen mit Durchmessern von 15 bis 600 mm an Rohrleitungen, Kolonnen, Verdampfern, Kühlwasserleitungen, Misch- und Umschlaganlagen. Am Standort Krefeld-Uerdingen kommt noch einmal eine vergleichbare Anzahl hinzu.

Die Wartung und Instandhaltung dieser ausgedehnten Produktionsanlagen erfordert eine entsprechende Anzahl gut aus- und fortgebildeter Fachkräfte. Schnell war klar, dass die Weiterbildung in der vorgegebenen Zeit am besten mit einem erfahrenen externen Partner zu schaffen war und das Konzept von Atlas Copco Tools überzeugte. In mehreren Phasen wurden seitdem die Flanschtrainings durchgeführt, weitere werden folgen. Dabei war es das Ziel, sämtlichen Mitarbeitern, egal welchen (Dienst-)Alters, einen einheitlich hohen und guten Kenntnisstand zu vermitteln. Für die bestmögliche Umsetzung sollte das Wissen in alle Hierarchiestufen getragen und dort auch wirklich gelebt werden, denn jede fehlerhafte Flanschverbindung ist im harmlosesten Fall ein Ärgernis und kann unter ungünstigen Umständen zu einer Gefahrensituation werden.