Dichtungen  für die Elektromobilität

Schematische Darstellung des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) (Bild: Volkswagen AG)

31.10.2020 Dichtungen für die Elektromobilität

Verifizierung einer dynamischen Dichtung auf ACM-Basis für den Einsatz in der Elektromobilität

von Rainer Sonnemann (Volkswagen AG), Simon Lippe (Volkswagen AG)

Die Automobilindustrie befindet sich in einem der größten Transformationsprozesse ihrer Geschichte. Dies reicht bis hin zu den kleinsten Bautteilen. So wurde z.B. eine Verifizierung eines Radialwellendichtrings (RWDR) für den Einsatz im zukünftigen Modularen Elektrifizierungsbaukas­ten (MEB) des Konzerns durchgeführt. Die Applikation des Dichtelementes erfolgt an der Rotorwelle des 4Motion-Antriebs AKA 150, welcher als zusätzlicher Antrieb an der Vorderachse vorgesehen ist [1].

Die Notwendigkeit zur Emissionsreduzierung, die voranschreitende Ressourcenverknappung und ein Bestreben nach ökologischeren Lösungen führen im Bereich der individuellen Mobilität zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Die Konzentration der Zulieferer und OEMs auf die Elektromobilität stellt sie vor große organisatorische und technische Herausforderungen. Nach über 125 Jahren Entwicklung des Automobils, mit wesentlicher Prägung durch Verbrennungskonzepte, ändern sich Antriebs- und Fahrzeugkonzepte in signifikanter Weise und Geschwindigkeit. Diese Entwicklung zum elektrifizierten Antriebsstrang hat ebenfalls beachtliche Auswirkungen auf die Produktionsstandorte der OEMs, da sich die Komponenten eines konventionellen deutlich von denen eines elektrischen Antriebs unterscheiden. Für die technische Umsetzung des Antriebsstrangs sind daher neue Kompetenzen für die Integration und die Entwicklung des elektrischen Antriebs erforderlich. Die sich verändernden Eigenschaften des Fahrzeugs, wie z.B. die Gewichtszunahme bzw. Schwerpunktsverlagerung durch die Zellbatterie, neue Designfreiheiten durch den Wegfall des Verbrennungssystems sowie das signifikant steigende Drehzahlniveau der Wellen im Antriebsmodul, erfordern eine wesentliche Neuerfassung des Automobils als Gesamtsystem.

Die Transformation der Produktionswerke des Konzerns ist eine wichtige Weiche für Belegschaft und Standorte, um auf den Wechsel auf die Elektromobilität vorbereitet sowie zukunftsfest aufgestellt zu sein. In den nächsten Jahren werden immer mehr Fab­riken umgestellt, um den Herausforderungen, die sich durch den neuen Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) (Bild 1) ergeben, gerecht zu werden. Daher sind die neuen, elektrifizierten Fahrzeuge nicht nur für die Marke Volkswagen, sondern auch für den gesamten Konzern, ein Symbol für den Aufbruch in die E-Mobilität.