Dichtheitsprüfung in der Entwicklungsphase macht Sinn

Diffusion durch HV-Leitung (Bild: ASQtec GmbH)

30.10.2019 Dichtheitsprüfung in der Entwicklungsphase macht Sinn

Am Beispiel der Anforderungen an E-Mobility-Komponenten

von M. Sc. Sergej Reuer (ASQtec GmbH)

Eine Dichtheitsprüfung sichert i.d.R. die Qualität eines Produktes ab. Allerdings kann sie auch schon in der Entwicklungsphase wertvolle Informationen zur optimalen Produktgestaltung geben. Insbesondere, wenn dabei – wie bei der Batterieproduktion – Neuland betreten wird.

Aufgrund des Wandels der Automobilindustrie hin zu einer „elektromobilen Zukunft“ stehen die Hersteller vor neuen Herausforderungen. So müssen Erfahrungswerte aufgebaut und Prüfabläufe definiert werden. Die Elektronik-Komponenten sowie die benötigten elektrischen Leistungen wachsen um ein Vielfaches. Konstruktiv müssen fest definierte Luft- und Kriechstrecken im Inneren der Baugruppen eingehalten werden. Durch Undichtigkeiten kann es dazu kommen, dass diese „Isolationsstrecke“ verringert wird und es dadurch zu Kurzschlüssen oder auch zum thermischen Durchgehen von Komponenten kommen kann.

Die nachfolgend beschriebenen Prüfverfahren beschränken sich zunächst auf solche, die mit Luft realisierbar sind. Bei den meist großvolumigen Baugruppen sind diese Verfahren oft wirtschaftlicher und einfacher zu realisieren. Lokale Prüfungen, wie das Prüfgasverfahren und das Prüfen mithilfe eines Wasserblasentests (Bubbletest), können zu Parametrierzwecken genutzt werden. In der Serienmessung sind sie allerdings oft beschränkt verwendbar, da die aufwändige Lokalisierung der Leckage nicht zwingend erforderlich ist.