Den Spagat meistern

Dichtungskomponenten für die SCR-Technologie (Bild: Dätwyler)

31.03.2018 Den Spagat meistern

Zulieferer rüsten sich für die Mobilität der Zukunft

von Andreas Minatti (Dätwyler Schweiz AG)

In Zeiten des Übergangs zur neuen Mobilität stehen Automobilzulieferer vor einer großen Herausforderung: Komponenten wie Dichtungen müssen sowohl für Autos von heute als auch für Elektromobilität und autonomes Fahren entwickelt und gefertigt werden. Dabei verändert sich zudem die Rolle von Zulieferern.

Die Automobilbranche steht vor enormen Veränderungen und sieht sich zunehmend mit steigenden Anforderungen seitens der Verbraucher und des Gesetzgebers konfrontiert. Für Lösungsanbieter wie Dätwyler bedeutet dies auch, diesen Herausforderungen mit einer Strategie, die sich an Gegenwart, mittelfristiger Zukunft und langfristiger Ausrichtung gleichermaßen orientiert, zu begegnen.Eine der zentralen Herausforderungen der heutigen Zeit für Automobilhersteller und -zulieferer gleichermaßen sind die enorm gestiegenen gesetzlichen Anforderungen in Hinsicht auf die Reduktion von Emissionen und die Nachbehandlung von Abgasen. Vor allem Dieselfahrzeuge stehen hier im Fokus. Seit September 2015 gilt die Abgasnorm Euro 6 europaweit für neu zugelassene Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Damit hat auch die SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) (Bild 1/2) noch weiter an Bedeutung gewonnen. Diese Technologie zur Abgasnachbehandlung nutzt eine Harnstofflösung auf Wasserbasis als Ammoniakquelle bei der selektiven katalytischen Reduktion. Die wässrige Harnstofflösung AdBlue wird zunächst dosiert in den Abgasstrom eingespritzt. Im nächsten Schritt reagiert die Lösung im heißen Abgas im SCR-Katalysator mit den toxischen Stickoxiden. Dabei entstehen die harmlosen Bestandteile Stickstoff und Wasser. Um diesen Prozess präzise und sicher umzusetzen, müssen die Pump- und Dosiermodule wie deren Förder- und Dichtungskomponenten extrem zuverlässig und resistent sein. Für dieses System entwickelt und fertigt Dätwyler die entscheidenden Elastomerteile, die eine exakte Förderung des Mediums AdBlue gewährleisten. Die Komponenten müssen während des Katalysationsprozesses einerseits Temperaturen von bis zu 150 °C sowie hohen Druckverhältnissen standhalten. Andererseits garantieren die Materialeigenschaften von EPDM (bis zu – 53 °C) und HNBR (bis zu – 35 °C) auch eine zuverlässige Leistungsfähigkeit im Tieftemperaturbereich.