Das Tempern einsparen

Flüssigsilikonkautschuk, mit dem das Tempern eingespart werden kann, im Test (Bild: WACKER)

17.09.2018 Das Tempern einsparen

Neue Flüssigsiliconkautschuke für sensitive Anwendungen erlauben die Optimierung der Produktionsabläufe

von Dr. Thomas Frese (Wacker Chemie AG), Dr. Ulrich Frenzel (Wacker Chemie AG)

Werden Siliconartikel aus konventionellen Siliconkautschuken hergestellt, sorgt häufig erst das Tempern für das Erreichen der regulatorischen Anforderungen. Mit neuartigen Flüssigsiliconen wird dieser aufwändige Prozessschritt für viele Anwendungen obsolet.

Flüssigsiliconkautschuke – eine noch recht junge Werkstoffklasse – haben sich fest auf dem Markt etabliert. Sie werden im vollautomatisierten Spritzgießverfahren zu Formteilen verarbeitet. Auf diese Weise können Siliconartikel in großen Stückzahlen schnell, effizient, kostengünstig und in hoher Präzision gefertigt werden. In vielen Fällen werden die spritzgegossenen Formteile anschließend getempert. Diese Hitzebehandlung muss bei Siliconartikeln durchgeführt werden, wenn sie aus konventionellen Flüssigsiliconen hergestellt und im Baby Care-, Lebensmittel- oder Medizinbereich verwendet werden, um flüchtige oder extrahierbare Restsubstanzen aus dem Elastomer zu entfernen. Nur so lassen sich die strengen regulatorischen Vorgaben einhalten, die für Siliconartikel bei sensitiven Anwendungen gelten.

Das Tempern ist ein kosten-, zeit- und arbeitsaufwändiger Prozessschritt, der die Siliconverarbeiter in ihrer Produktivität erheblich einschränkt. Mit der neuen Produktreihe ELASTOSIL® LR 5040 kommt eine neue Generation von Flüssigsiliconkautschuken auf den Markt, die dieses Problem löst: Tempern ist dadurch in vielen Fällen künftig nicht mehr erforderlich.