Arbeitshygiene, technische Performance und Verarbeitbarkeit im Fokus

Die Pilotanlage im italienischen Latina ergänzt die Produktion von LF-MDI-PU-Systemen, die man in in Gastonia, North Carolina, USA betreibt (Bild: LANXESS AG)

30.10.2019 Arbeitshygiene, technische Performance und Verarbeitbarkeit im Fokus

Neue Polyurethan-Präpolymere für die Bauindustrie

von Ronald M. Emanuel (LANXESS AG), Gerry King (LANXESS AG), Dr. Polina R. Ware (LANXESS AG)

Mit der Low Free (LF)-Technologie lassen sich auf Basis von MDI neue Polyurethan(PU)-Präpolymere zur Anwendung im Bauwesen herstellen, deren Gehalte an freiem Isocyanat unter 0,1% liegen. Die Präpolymere erfüllen strenge Standards in puncto Arbeitssicherheit und industrieller Hygiene. Sie können daher in niedrige Gefahrenklassen eingestuft werden. Ihr Einsatzfokus liegt zunächst auf Kleb- und Dichtstoffen sowie 1K-Schäumen.

Das Bauwesen erlebt derzeit einen Umbruch. Gebäude sollen energieeffizient sein und aus langlebigen, möglichst erneuerbaren und unbedenklichen Materialien bestehen. Zukunftstrends sind u.a. das Smart Home, die modulare Bauweise und der 3DDruck von Gebäudeteilen. PU spielt hier schon länger eine Rolle – so etwa in Form von Produkten für Kunststoffdachbahnen, für die Rissversiegelung von Mauerwerk, für die Beschichtung unterschiedlichster Böden oder für die Wärmeisolierung von Fenster- und Türprofilen.

Präpolymere als Schlüssel zu höherer Leistung
Eine weiteres Beispiel ist die neue Generation an Präpolymeren (Bild 1) mit sehr geringem Gehalt an freiem Isocyanat-Monomer, die für die Bauindustrie entwickelt wurden. Sie zielen vor allem auf den Einsatz in reaktiven Heißschmelzklebstoffen, lufttrocknenden Klebstoffen, Dichtstoffen sowie 1K-Schäumen ab. Kleb- und Dichtstoffe auf Basis von LF-Präpolymeren bieten ein Optimum an Arbeitshygiene. Die LF-Technologie senkt die Konzentration an freiem Isocyanat im Präpolymer auf unter 0,1%. Dies gilt für Präpolymere auf Basis unterschiedlichster Isocyanate, einschließlich MDI (Methylendiphenyldiisocyanat). Das Ergebnis sind Präpolymer-Bausteine und Endprodukte, die den Anforderungen niedriger Gefahrenklassen und jüngsten regulatorischen Trends entsprechen. Der Verarbeiter kann den technischen und administrativen Aufwand für den Gesundheits-, Arbeits- und auch Umweltschutz deutlich reduzieren, weil er Rohstoffe mit höheren Gehalten an gefährlichen Isocyanaten aus seinem Produktionsprozess verbannt.