100%-Kontrolle von Oberflächen  vor dem Kleben

Roboterdurchgeführte Messung mit bonNDTinspect® (Bild: Automation W+R GmbH)

31.10.2017 100%-Kontrolle von Oberflächen vor dem Kleben

Prozesssicheres Kleben sicherstellen

von M. Eng. Célian Cherrie (Automation W+R GmbH ), Dr. Richard Söhnchen (Automation W+R GmbH )

Kernvoraussetzung für die kontinuierliche Haftung einer Klebung ist die Kontrolle der Qualität und des Zustands der Fügeteile. Nur so kann ein prozesssicherer Klebevorgang garantiert werden. Das zerstörungsfreie Prüfen des Oberflächenzustandes vor dem Kleben ermöglicht es, diese anspruchsvolle Herausforderung zu meistern. Dabei können sowohl die Kontaminationen detektiert als auch Oberflächenvorbehandlungen qualifiziert werden.

Die Klebtechnik ist aufgrund zahlreicher Vorteile, wie etwa formschlüssiges Fügen, Gewichtsersparnis, Prozessdauer bei großflächigen Verbindungen, formstabil, eine echte Alternative zu klassischen Fügemethoden wie Schrauben, Nieten oder Schweißen. Daher findet sie in der Industrie verstärkt Einsatz. Weniger im Fokus ist jedoch die Herausforderung, die entsteht, um die Qualität von Klebungen zu sichern. Die Komplexität ergibt sich vor allem aus der Vielzahl von Faktoren, welche die Haftung der gefügten Bauteile beeinflusst. Aus diesem Grund wird bei sicherheitskritischen Fügeprozessen noch häufig auf traditionelle Fügetechniken zurückgegriffen oder eine Kombination mit zusätzlicher Klebung angewendet. Jeder weiterer Schritt hin zu einer Absicherung des Klebeprozesses würde zumindest bei einer verifizierten Haftung die Wiederholbarkeit erhöhen.

Daher ist die Überwachung des Klebeprozesses ein zentrales Schlüsselelement zur Qualitätssicherung von Klebungen in der Industrie. In diesem Zusammenhang soll die DIN 2304 dafür sorgen, dass die Prozesskette von Klebungen standardisiert und überwacht wird. Hier bietet der Benetzungstest einen neuen Lösungsansatz, denn hier wird die Qualität der Klebung durch die Prüfung des Oberflächenzustandes gesichert.