Textile Brandschutzlösungen erfüllen Brandschutzziel EI

Die einzelnen Lagen des Gewebeverbunds isoGLAS® FTI bestehen aus verschiedenen speziellen Geweben, Beschichtungen und Nadelvliesen (Bild: Frenzelit GmbH)

16.06.2020 Textile Brandschutzlösungen erfüllen Brandschutzziel EI

Mit Gewebeverbund isoGLAS® FTI bietet die Frenzelit GmbH einen Feuerschutzvorhang als Roleware an, der inkl. des passenden Aufbaus vom Kunden konfektioniert werden kann.

Bei Brandschutzkonzepten von großen Gebäuden ist der isolierende Brandschutz (Brandschutzziel EI) die wirksamste, aber auch anspruchsvollste Umsetzungsmöglichkeit. Textile Brandschutzlösungen von Frenzelit, erfüllen das Schutzziel EI. Bei geeignetem Aufbau kann eine Schutzdauer von EI60 erreicht werden. Die drei zentralen Brandschutzziele definieren sich wie folgt: Das Schutzziel E bedeutet Raumabschluss, sodass ein Feuer nicht von Raum A auf Raum B übergreifen kann. Beim Schutzziel EW (Strahlungsminderung) darf auf die kalte Raumseite nur eine bestimmte Strahlungsenergie abgegeben werden (15 kW/m² in 1 m Abstand). Beim Brandschutzziel EI geht es um Isolation, d. h. die Oberfläche der Kaltseite darf nur eine maximale Temperaturerhöhung von 140 °K aufweisen. Die begleitende Zahl gibt an, nach Ablauf welcher Zeit die Vorgabe überschritten wurde, z. B. EI30 = 30 Minuten, EI60 = 60 Minuten, EI120 = 120 Minuten.

Ein Brandschutzvorhang, der den Empfehlungen von Frenzelit entspricht, ist ein Mehrlagenaufbau aus einer Kombination spezieller Gewebe, Beschichtungen und Nadelvliese. Hierbei wird von einem Deckmodul, das größtenteils der Optik dient, und dem Funktionsmodul, das maßgebend für die Isolationseigenschaften ist, gesprochen. Bei dem symmetrischen Aufbau befinden sich außen je ein Deckmodul und in der Mitte zwei Funktionsmodule. Die Deckmodule sind Gewebelagen, die einseitig mit einer Alufolie kaschiert werden. Das Herzstück ist das Funktionsmodul. Es besteht aus einem Verbund von einem einseitig beschichteten und stahlverstärkten Gewebe, das zusätzlich mit einer Al-Folie kaschiert wird, und einem speziell entwickelten Nadelvlies.

Dieses Gewebe ist mit einer intumeszierenden Beschichtung versehen, die auf Blähgraphit aufgebaut ist. Bei einer Umgebungstemperatur von mehr als 160 °C beginnt die Beschichtung des Funktionsmoduls sich aufzublähen, von einer ursprünglichen Dicke von ca. 1,6 mm auf ca. 40 mm. Hier setzt man auf ein relativ dünnes textiles Material, das sich auf einer Wickelwelle platzsparend aufwickeln lässt und sich im Brandfall dann aufbläht und so die Abschirmung ermöglicht. Die Dicke des Gesamtaufbaus des Vorhangs beträgt ca. 2 cm und die aufgeblähte Version im Brandfall insgesamt 10 bis 10,5 cm. Bei der Entwicklung dieser Blähgraphitschicht wurde Wert darauf gelegt, dass ein kompakter, stabiler Schaum entsteht, sodass keine einzelnen Graphitpartikel herumschweben können, die eigentlich bei Erwärmung den Halt zueinander verlieren. Die Bildung eines Schaums verhindert dies. Zudem musste eine gewisse Blähhöhe erreichen, um die nötige Isolationswirkung zu gewährleisten. Vorteil textiler Brandschutz

Brandschutzmaterialien von Frenzelit eignen sich z.B. in Innenbereichen von Gebäuden wie Krankenhäusern oder Einkaufszentren, in denen die einzelnen Parzellen sich sehr gut durch textile Rolltore isolieren lassen, Lagerhäusern, um einzelne Bereiche zu unterteilen, oder auch für Aufzüge, die so isoliert werden können, dass das Feuer sich nicht ungehindert durch den Aufzugschacht ausbreiten kann. Häufig geht es bei diesen Anwendungen um Nachrüstungen, die sich durch platzsparende flexible Textillösungen einfacher realisieren lassen als durch schwere und sperrige Stahlvarianten. Bei der Entwicklung einer passgenauen Vorhanglösung steht man den Kunden beratend zur Seite.

Eine ergänzende Funktionsweise des Brandschutzmaterials ist z. B. der Schutz von elektrischen Kabeln in größeren Gebäuden, die normalerweise in Halterungen an Wänden und Decken angebracht sind. Geschützt mit dem Brandschutzmaterial von Frenzelit könnte Kabeln eine längere Funktionszeit ermöglicht werden, bis ein Brand gelöscht werden kann – z. B. um Lüftungsanlagen entsprechend länger betreiben zu können.