Mit einer Länge von rund 24 m und einer Höhe von etwa 8,4 m zählt die Maschine zu den größten industriellen Produktionssystemen im Spritzguss weltweit (Bild: Engel)
25.03.2026 Größte Spritzgießmaschine der Welt gebaut
Mit der duo 12000 US erweitert Engel die Möglichkeiten zur industriellen Herstellung großformatiger Spritzgießbauteile. Mit der Zwei-Platten-Spritzgießmaschine werden Bauteilkosten großflächiger Komponenten reduziert, wobei gleichzeitig neue konstruktive Freiheiten und zusätzliche Möglichkeiten entstehen, traditionelle Werkstoffe wie Metall oder Beton durch Kunststoff zu ersetzen.
Das Gesamtgewicht beträgt 551 t, das maximale Werkzeuggewicht 170 t. Insgesamt wurden rund 30 km Kabel verlegt. Die installierte Gesamtleistung liegt bei rd. 2,4 MW bei einem Gesamtstrom von 2900 A.
Mit einer Schließkraft von 110.000 kN wurde die Maschine speziell für Bauteile mit projizierten Flächen von über 2,5 m² entwickelt und kürzlich beim Kunden in Betrieb genommen. Sie ermöglicht die wirtschaftliche Fertigung sehr großformatiger Komponenten in einem integrierten Produktionsprozess. Durch Funktionsintegration, reduzierte Bauteilanzahl und geringeren Montageaufwand entstehen neue Freiheitsgrade in Konstruktion, Leichtbau und Produktdesign.
Mit Spritzgießlösungen dieser Größenordnung können Hersteller großformatige Strukturen in einem einzigen Fertigungsschritt produzieren. Dies reduziert Materialeinsatz, vereinfacht die Produktionslogistik und spart dadurch Zeit und Kosten. Zusätzlich verbessert es die CO₂-Bilanz über den gesamten Produktlebenszyklus.
Um große Schussgewichte für großflächige Bauteile zu ermöglichen, ist die Anlage mit zwei parallel arbeitenden Spritzaggregaten ausgestattet. Mit Schneckendurchmessern von bis zu 210 mm ermöglichen sie ein Schussvolumen von bis zu 65.000 cm³ und eine homogene Füllung großer projizierter Flächen. Die Konstruktionsweise mit acht Holmen wurde gemeinsam mit dem Kunden als zweckmäßigste Lösung für seine spezifischen Anforderungen ausgewählt. Maschinen dieser Größenordnung sind mit vier Holmen ebenfalls möglich.
Im Automotive-Sektor wächst die Nachfrage nach solchen Gigamolding-Lösungen für strukturelle Großbauteile. Megatrends wie Elektromobilität, autonomes Fahren, Plattformkonsolidierung und CO₂-Reduktionsziele treiben diese Entwicklung voran. Anwendungen wie Batteriegehäuse, Unterbodenverkleidungen oder hybride Türinnenstrukturen können durch die neuen Produktionsmöglichkeiten neu gedacht und günstiger produziert werden. Sie ermöglichen Funktionsintegration, Gewichtsreduktion und eine reduzierte Montagekomplexität. Gleichzeitig können sie zu steifen und sicheren Fahrzeugarchitekturen beitragen, wie sie für autonome Mobilitätskonzepte erforderlich sind.
