Flanschmontage braucht einheitliche Standards

Bei der Flanschmontage kommt es auf jeden Handgriff an. Die Industrie fordert eine stärker kompetenzbasierte Bewertung praktischer Fähigkeiten (Bild: IDT)

22.06.2026 Flanschmontage braucht einheitliche Standards

Mit dem Kompetenztestmodul „flange.Pilot“ und „qs.Pilot“, einer digitalen Plattform zur Steuerung und Echtzeitdokumentation von Flanschmontagen im laufenden Turnaround, verbindet IDT praktische Kompetenztests, digitale Prüfprozesse und Qualitätssicherung in einer integrierten Lösung für die Industrie.

In der Prozessindustrie nimmt die Diskussion um einheitliche Standards in der Flanschmontage zu. Hintergrund sind steigende Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Nachweispflichten bei Turnarounds in Raffinerien, Chemie- und Energieanlagen. Schulungen nach DIN EN 1591-4 haben sich zwar als Standard etabliert. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass Vergleichbarkeit und Bewertung von Qualifikationen zunehmend herausfordernd sind. Praktische Kompetenz ist  – nach Einschätzung von IDT – nicht die Norm.

Wenn in Raffinerien, Chemie- oder Energieanlagen ein Turnaround beginnt, müssen innerhalb kürzester Zeit tausende Flanschverbindungen montiert, geprüft und dokumentiert werden. Das Problem dabei: Unter dem hohen Zeitdruck eines Anlagenstillstandes arbeiten in den meisten Fällen internationale Montageteams und mehrere Dienstleister parallel in der Anlage – mit unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Fähigkeiten.

Das führt zu der zentralen Frage: "Reicht ein Schulungszertifikat aus – oder braucht es künftig nachvollziehbare Kompetenznachweise?“ Nach Experteneinschätzung verschiebt sich der Fokus von der reinen Schulungszertifizierung hin zu einer stärker kompetenzbasierten Bewertung praktischer Fähigkeiten. Besonders bei komplexen Turnarounds mit vielen Beteiligten gewinnt die Nachvollziehbarkeit von Prüf- und Montageprozessen an Bedeutung. Die Qualifikation bleibt die Grundlage. Entscheidend wird künftig jedoch sein, wie praktische Fähigkeiten bewertet, dokumentiert und projektübergreifend vergleichbar gemacht werden können.

Ein aktuelles Beispiel für die Standardisierungsbemühungen in der Industrie liefert der ChemCologne-Arbeitskreis „Flanschverbindungen“ unter Beteiligung von Braskem, Shell, LyondellBasell und INEOS. Ziel der im Frühjahr gestarteten Initiative ist eine gegenseitige Anerkennung von Qualifikationsnachweisen sowie eine stärkere Standardisierung von Prüf- und Dokumentationsprozessen.

Parallel gewinnt die digitale Dokumentation an Bedeutung. Papierbasierte Prozesse stoßen im Turnaround an ihre Grenzen, wenn Qualifikationen, Prüfungen und Qualitätsdaten standortübergreifend verfügbar sein müssen. Standardisierte Prozesse und digitale Nachweise schaffen die Grundlage dafür, Qualität im Turnaround nicht nur sichtbar, sondern auch belastbar und vergleichbar zu machen. IDT unterstützt Industrieunternehmen dabei, Flanschmontageprozesse transparenter, sicherer und digital nachvollziehbar zu gestalten – auf Basis langjähriger Erfahrung im Flange Integrity Management.

Lösungspartner

IDT Industrie- und Dichtungstechnik GmbH
IDT Industrie- und Dichtungstechnik GmbH

 

Zielgruppen

Einkauf, Instandhaltung, Produktion & Fertigung, Qualitätssicherung