Wenn der O-Ring zu klein für die automatisierte Prüfung wird

(Bild: NT K+D AG)

26.10.2026 Wenn der O-Ring zu klein für die automatisierte Prüfung wird

Warum die Qualitätsprüfung von Klein-O-Ringen bis heute eine der größten Herausforderungen der Dichtungstechnik ist

von Joel Baumann (NT K+D AG)

Die Qualitätsprüfung von O-Ringen erscheint auf den ersten Blick wie eine standardisierte Routineaufgabe. Moderne Kamerasysteme erkennen heute kleinste Oberflächenfehler, messen Geometrien in Sekundenbruchteilen und sortieren fehlerhafte Bauteile automatisch aus. Betrachtet man jedoch sehr kleine O-Ringe, stößt diese Vorstellung überraschend schnell an ihre Grenzen. Der Grund dafür liegt nicht primär in der Bildverarbeitung. Vielmehr beginnt die eigentliche Herausforderung bereits davor – beim reproduzierbaren Handling des Bauteils. Sehr kleine Elastomerringe lassen sich aufgrund ihres geringen Eigengewichts, ihrer hohen Elastizität und ihrer elektrostatischen Eigenschaften nur schwer vereinzeln, positionieren und dem Prüf­system zuverlässig zuführen. Damit wird aus einem scheinbar einfachen Dichtungselement ein anspruchsvolles Automatisierungsproblem.

Diese Fragestellung war auch Ausgangspunkt eines Entwicklungsprojekts. Ziel war es, die Sichtprüfung kleiner O-Ringe weiter zu automatisieren und den manuellen Prüf­aufwand zu reduzieren. Während sich die optische Fehlererkennung als grundsätzlich beherrschbar erwies, zeigte sich schnell, dass die eigentliche Herausforderung an einer ganz anderen Stelle lag.

Nachfolgend werden die technischen Hintergründe beleuchtet, die Rolle statistischer Qualitätsprüfungen eingeordnet und anhand praktischer Erfahrungen gezeigt, weshalb die manuelle Sichtkontrolle bei sehr kleinen O-Ringen trotz moderner Vision-Systeme bis heute vielfach Bestandteil eines zuverlässigen Qualitätsprozesses bleibt.

Lösungspartner

NT K+D AG
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Zielgruppen

Qualitätssicherung