
Immer mehr Fahrzeuge bestehen aus hochfestem Panzerstahl und ballistischen Verbundwerkstoffen, die sicher verbunden werden müssen (Bild: ACS Armoured Car Systems GmbH)
26.10.2026 „Stark“ unter Beschuss
Strukturkleben im militärischen Fahrzeugbau – Handreichung und Praxisbeispiel zur ballistischen Schutzintegration
Strukturelle Klebverbindungen haben sich bei Fahrzeug- und Schutzlösungen für Militär, Polizei und Industrie als etablierte Fügetechnologie zur Verbindung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe etabliert. Gegenüber konventionellen mechanischen Fügeverfahren ermöglichen sie eine gleichmäßige Lasteinleitung, vermeiden lokale Spannungsspitzen und bieten, insbesondere bei hybriden Werkstoffsystemen, konstruktive sowie funktionale Vorteile. Bei Anwendungen im ballistischen Schutz stehen jedoch nicht allein statische Festigkeitsanforderungen im Vordergrund. Vielmehr muss die Klebverbindung unter hochdynamischen Beanspruchungen infolge von Beschuss-, Explosions- und Schockereignissen ihre strukturelle Integrität dauerhaft aufrechterhalten.
Im militärischen Umfeld unterliegen derartige Klebprozesse besonders hohen Anforderungen an Werkstoffauswahl, Prozessbeherrschung und Qualitätssicherung. Da Klebverbindungen gemäß DIN EN ISO 21368 [1] bzw. der TL A-0023 [2] als spezielle Prozesse gelten, deren Qualität am Endprodukt nicht vollständig zerstörungsfrei nachgewiesen werden kann, erfolgt die Freigabe nicht ausschließlich über die Bauteilprüfung, sondern über den dokumentierten Nachweis eines beherrschten und validierten Fertigungsprozesses. Die hierfür maßgeblichen Anforderungen werden für den Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) durch die Technische Lieferbedingung TL A-0023 definiert.

