
Beispiel eines REM-Arbeitsplatzes: Das REM-EDX-Tischgerät ist der weiße Würfel im Hintergrund, die Auswertung erfolgt an einem „Curved Monitor“(Bild: Tobias Ehmer)
17.06.2026 Prüfverfahren praxisgerecht anwenden
Teil 11: Das Rasterelektronenmikroskop (REM) in der Elastomerprüfung – elementare Einblicke in verborgene Welten
Ohne die richtigen Mess- und Prüfverfahren sind Entwicklungen im Bereich der Dichtungstechnik schwierig oder unnötig teuer. Diese Serie zeigt, wie man anhand klassischer und innovativer Verfahren zu relevanten und/oder hilfreichen Daten kommt.
Bis vor einigen Jahren war ein Rasterelektronenmikroskop mit energiedispersiver Röntgenspektroskopie (REM-EDX) fast nur in großen Forschungseinrichtungen anzutreffen. Durch das Aufkommen von kleinen leistungsfähigen Tischgeräten (Bild 1 und 2) wird dieses Gerät inzwischen auch in kleineren Laboren oder QS-Abteilungen eingesetzt und steht nun einem breiten Anwenderkreis zur Verfügung.
Im Elastomerbereich wird das REM-EDX u.a. im Bereich der Schadensanalyse eingesetzt. Es lassen sich damit Oberflächen charakterisieren (Verschleiß, Alterung, Rissausgänge, Bruchmorphologien) und Füllstoffe (z.B. Erkennen von Agglomeraten auf- grund von Mischproblemen) näher untersuchen. Ebenso können Fremdpartikel, Verunreinigungen (z.B. Kautschukgifte) erkannt oder chemische Veränderungen nachgewiesen werden. Außerdem spielt dieses Verfahren bei der Prüfung von Gummi-Metall-Verbindungen eine große Rolle (Bild 3). Durch Schliffbilder können Haftschichten oder Ablösevorgänge sehr gut analysiert werden.

„Durch moderne und kompakte REM-EDX- Tischgeräte kann diese Prüfmethode inzwischen kosteneffektiv einem breiten Kundenkreis zur Verfügung gestellt werden. Einige früher nur vermutete Problemursa-chen lassen sich damit oft eindeutig nachweisen.“ Bernhard Richter, Geschäftsführer
