Nachhaltig dicht und eiskalt über die Weltmeere

LNG-Membrantanker (Bild: Ives Guillotin)

16.09.2019 Nachhaltig dicht und eiskalt über die Weltmeere

Isolierung von LNG-Membrantankern durch Vorbehandlung mit Atmosphärendruckplasma

von Inès A. Melamies (Blue Rondo International e.K.)

Wenn drei riesige Flüssigerdgastanker auch noch nach dreizehn Jahren sicher auf den Ozeanen unterwegs sind, so haben eine atmosphärische Plasma-Düsentechnologie und die Zusammenarbeit deutsch-französischer Ingenieure bei der Realisierung des sicherheitsrelevanten Klebprozesses der Tankisolierung entscheidend dazu beigetragen.

Verflüssigtes Erdgas oder abgekürzt LNG (Liquified Natural Gas) zählt laut Expertenmeinung zu einem der wachstumsstärksten Energieträger weltweit. LNG entsteht, indem man Erdgas auf -161 bis -164 °C tiefkühlt, es sich bei dieser Temperatur verflüssigt und jetzt aufgrund der Erhöhung seiner Dichte nur noch ein Sechshundertstel seines Volumens im gasförmigen Zustand besitzt. In dieser komprimierten Form eignet es sich ideal zur Lagerung in speziellen LNG-Export- und Import-Terminals und zur Beförderung in Tankern.

LNG, das hauptsächlich aus Methan besteht, ist farblos, geruchlos und ungiftig. Auch ist es nicht zündfähig, im Gegensatz zu dem sich bei einer Erwärmung entwickelnden Gas im Gaszustand, welches in Verbindung mit einem bestimmten Anteil Sauerstoff explosive Gemische bilden kann. LNG-Tanker sind die flexible Alternative zum Transport von Erdgas in Pipelines. Da sie das Flüssigerdgas auf den Weltmeeren über weite Strecken und in großen Mengen von ihren Verflüssigungsterminals zu den Regasifizierungster-

minals befördern, müssen sie extrem gut gedämmt und absolut dicht sein (Bild 1). Bei Membrantankern muss die über die Tankerwand eindringende Wärme der Außenluft so gering wie möglich gehalten werden, da jede Wärmezufuhr zu einer Verdampfung des verflüssigten Gases und damit zu einer Erhöhung des Innendrucks des Tanks führt. Der Anteil des – trotz aller Isoliermaßnahmen – ständig abgasenden Methans, das „Boil-off-Gas (BOG)“, wird gezielt aus den Tanks abgeführt und entweder sofort als Kraftstoff für das Schiff genutzt oder unter hohen Sicherheitsvorschriften in die Atmosphäre abgefackelt. Die in die Isolationsebenen eingebauten Membranen dienen als Sperrschichten. Ihre alles entscheidende Aufgabe ist es, zu verhindern, dass das tiefgekühlte Flüssigerdgas durch eine undichte Stelle entweicht und mit der Stahlstruktur des Schiffsrumpfes in Kontakt kommt. Schon geringste Leckagen könnten zu einer Versprödung des tragenden Baustahls führen und ihn zerstören.

Bild: Die Schiffsklassifikation fordert bei Mebrantankern eine doppelte Barriere gegen den Durchtritt von Flüssiggas bis zum Stahlschiffskörper. Eine undruchlässige Kunststoff-Triplex-Schicht ist das eigentliche Charakteristikum der CS1-Technologie (2. Barriere), Bild: Plasmatreat GmbH

Bild: Die Schiffsklassifikation fordert bei Mebrantankern eine doppelte Barriere gegen den Durchtritt von Flüssiggas bis zum Stahlschiffskörper. Eine undruchlässige Kunststoff-Triplex-Schicht ist das eigentliche Charakteristikum der CS1-Technologie (2. Barriere), Bild: Plasmatreat GmbH