LABS-Freiheit sinnvoll definiert

LABS-Prüfung trockener Abrieb (Bild: seals’n’finishing - Simone Frick)

09.03.2020 LABS-Freiheit sinnvoll definiert

Das VDMA Einheitsblatt 24364 verfolgt einen praxisnahen Ansatz

von Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Simone Frick (seals'n'finishing - Simone Frick)

Bauteile, die in Lackierprozessen eingesetzt werden, unterliegen hohen Sauberkeitsanforderungen. Das VDMA Einheitsblatt 24364 definiert allgemeingültige Prüfungen auf lackbenetzungsstörende Substanzen und ist eine wichtige Grundlage zur Bestimmung der LABS-Konformität in Lackierbetrieben.

Bauteile, die in Lackierprozessen eingesetzt werden, müssen hohe Anforderungen bezüglich ihrer Sauberkeit erfüllen. Nicht nur die zu lackierenden Teile, wie z.B. Automobilkarossen, müssen frei von Verschmutzungen sein, die einen gleichmäßigen Lackauftrag verhindern können, sondern alle Produkte und Stoffe, die im Lackierbetrieb im Einsatz sind. Lackbenetzungsstörende Substanzen (LABS) dürfen weder direkt noch indirekt auf die Subs­trate oder in den Lack verschleppt werden (Bild 1). Die Sauberkeitsanforderungen an die eingesetzten Produkte werden oft als Silikonfreiheit, LABS-Freiheit oder auch LABS-Konformität definiert.

Zahlreiche, überwiegend von Automobilherstellern oder Lackverarbeitern erstellte Spezifikationen definieren Methoden, um die LABS-Freiheit von Bauteilen und Stoffen zu überprüfen. Häufig wird mit pauschalen Anforderungen unabhängig vom reellen Einsatzbereich der Produkte gearbeitet. Die so definierte LABS-Freiheit spiegelt daher nicht unweigerlich die Eignung der Produkte für einen Einsatz in Lackierbetrieben wider. Zulieferer sehen sich mit teilweise recht scharfen und sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Prüfung der LABS-Freiheit ihrer Bauteile konfrontiert und müssen häufig mehrere Spezifikationen auf ein Produkt anwenden.