Isolierflanschverbindungen –  besser genau auf Zertifikate achten

Isolierflanschverbindungen bestehen aus verschiedenen Komponenten, die alle aufeinander abgestimmt sein müssen, damit die optimale Funktion erreicht wird (Bild: ISOflanges)

17.06.2026 Isolierflanschverbindungen – besser genau auf Zertifikate achten

Betriebsstörungen vermeiden und die Konformität einer Anlage erhalten

von Claudia Suckut (ISOflanges GmbH), Steffen Rathmann (ISOflanges GmbH)

Isolierflanschverbindungen nehmen in Rohrleitungs- und Pipelineanlagen eine Schlüsselfunktion ein. Sie unterbrechen elektrische Ströme und sichern damit die Wirksamkeit des kathodischen Korrosionsschutzes (KKS). Gleichzeitig tragen sie als druckhaltende Ausrüstungsteile maßgeblich zur Betriebssicherheit ganzer Anlagen bei. Diese „doppelte“ Funktion erhöht die Anforderungen an Konstruktion, Fertigung und Dokumentation. Für Betreiber, Planer sowie Anlagen- und Rohrleitungsbauer bedeutet das konkret, dass sich die scheinbar einfache Auswahl eines Bauteils als sicherheitskritscher und regelwerksgebundener Prozess entpuppt.

Isolierflanschverbindungen (Bild 1) unterliegen klar definierten europäischen und nationalen Vorgaben. Zentral ist die Einstufung als druckhaltendes Ausrüstungsteil, verbunden mit einer CE-Kennzeichnungspflicht. Entscheidend ist jedoch nicht allein das Vorhandensein eines CE-Zeichens. Es muss sich auch eindeutig auf Isolierflanschverbindungen beziehen.

Der Geltungsbereich zählt
Im ungünstigsten Fall verfügt ein Hersteller zwar über ein Zertifikat nach Druckgeräterichtlinie, doch der Geltungsbereich umfasst nicht die Isolierflanschverbindungen, sondern andere Produkte, wie etwa Mess-, Regel- oder Armaturenkomponenten. Das Produkt wirkt technisch geeignet, ist jedoch im Sinne der Konformitätsbewertungsverfahren nicht konform. Die Folge wäre in einem solchen Fall eine pseudokonforme Installation – ein Risiko, das Betreiber spätestens bei Audits oder Vor-Ort-Abnahmen schmerzlich treffen kann. Nur wenn die Produktgruppe im Zertifikat ausdrücklich aufgeführt ist, besteht regulatorische Gültigkeit. An dieser Stelle ist Achsamkeit geboten: Und zwar dann, wenn Anbieter versuchen, mit allgemeiner Dokumentation oder unspezifischer CE-Kennzeichnung den Eindruck einer vollständigen Produktausweisung zu vermitteln. Ein Blick in das Zertifikat genügt jedoch, um festzustellen, ob tatsächlich eine notifizierte Stelle das Bauteil geprüft und zugelassen hat.

Lösungspartner

ISOflanges GmbH
ISOflanges GmbH

 

Zielgruppen

Konstruktion & Entwicklung, Instandhaltung, Produktion & Fertigung, Einkauf, Qualitätssicherung