Für jeden H2-Prozess die richtige Dichtung

H2-Potenzial für die Energiegewinnung und bewährte Dichtungslösungen für verschiedene Anlagen (Bild: Klinger GmbH)

15.06.2020 Für jeden H2-Prozess die richtige Dichtung

Dichtungslösungen im Spannungsfeld der Energiewende

von Norbert Weimer (Klinger GmbH)

Unsere Energieversorgung von heute und morgen hängt von der reibunglosen Gestaltung der Energiewende ab. H2 spielt dabei in der aktuellen Diskussion nicht die Rolle, die er spielen könnte und sollte – zumal bei diesem Energieträger das Rad nicht im großen Stil neu erfunden werden muss und man auf bewährte Technik bis zur Dichtungstechnik zurückgreifen kann.

Der größte Teil der Energie, die wir derzeit nutzen, wird mit fossilen Energieträgern erzeugt. Seien es die unterschiedlichen Kraftwerke, die uns den benötigten elektrischen Strom liefern oder Verbrennungsmotoren in unseren Fahrzeugen. Sie alle setzen CO2 frei und gefährden auf Dauer definierte Umweltziele. Parallel dazu wird im Rahmen der Energiewende eine alternative Energieerzeugung ausgebaut. Das Ziel ist der Verzicht auf fossile Energiequellen. Derzeit sind wir im Übergang und an verschiedenen Stellen gibt es mahnende Stimmen, wie wir den Übergang gestalten. So steht die Frage im Raum, ob die derzeitigen Anstregungen reichen und wir die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen haben, um den Energiebedarf
einer Industrienation verlässlich rund um die Uhr zu decken. 2015 wurde in Deutschland eine Energiemenge von 3.600 TWh [1] verbraucht. Wollte man diese Energiemenge als elektrischen Strom – z.B. aus Windkraft gewonnen – dezentral bereitstellen, so würde alle 2,5 km ein Windrad mit 3,5 MW Leistung benötigt. Der Blick auf die derzeitige Genehmigungsituation von Windrädern zeigt, dass dies nicht die Lösung sein kann. Will man diesen Strom mit Off-shore-Windparks aus Nord- und Ostsee erzeugen, so würden zusätzlich 30 bis 35 Stromtrassen von Nord nach Süd für die Verteilung benötigt. Und welche Probleme es mit der ersten Trasse, der Südlink-Stromautobahn, gibt, ist bekannt. Jeder will den Strom – keiner will die Stromtrasse.

Dabei sollte man bei aller Trendeuphorie eines nicht vergessen: Zukunftsfähige Energieversorgungssysteme müssen ganzheitlich funktionieren und praktikabel zu realisieren sein – von der Energiegewinnung über die Speicherung bis zum Transport zu den Verbrauchern.