E-Mobility-Potenzial für 1K-Schaumdichtung

Die spezifische Ausführung, z.B. bzgl. Raumdichte und Belastbarkeit, kann bei PUR-Schaumdichtungen genauso differenziert auf das jeweilige Produkt abgestimmt werden wie die Bauhöhe oder die notwendige Verformbarkeit. Das wirkt sich nicht nur auf die Langzeitsicherheit aus, sondern auch auf die Wirtschaftlichkeit bei der Montage in der Serienfertigung. (Bild: CeraCon GmbH)

03.06.2019 E-Mobility-Potenzial für 1K-Schaumdichtung

Dichtungen entlang der Wertschöpfungskette anders denken und realisieren

von Dr. Frank Kukla (CeraCon GmbH)

Mit der Neuausrichtung auf E-Mobilität verändern sich zugleich auch massiv die Anforderungen, die die Automobilhersteller an die Zulieferindustrie stellen werden: Die etablierte und bewährte „Supply Chain“ muss sich nicht nur neu sortieren, sondern in dem dahinterstehenden Selbstverständnis und der Aufgabenverteilung teilweise sogar ganz neu definieren. Das verändert auch den Blick auf die Potenziale von Dichtungslösungen, wie z.B. 1K-Schaumdichtungen.

Diese Herausforderung ist umso größer, als die den Zulieferern für innovative Neu- und Weiterentwicklungen zur Verfügung stehende Lernkurve diesmal zeitlich extrem knapp bemessen ist. Allein die jüngst verabschiedete EU-Richtlinie zur Senkung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen um 37,5 % bis 2030 (im Vergleich zu 2021) lässt sich, z.B. nach Einschätzung von Automobilexperten, nur dann erreichen, wenn in 2030 etwa 40 % der Autos elektrisch angetrieben werden. Dieser Dynamik haben jetzt alle Wertschöpfungsstufen Rechnung zu tragen. Neben einem strategischen Innovationsmanagement, das sich ganz gezielt an den Entwicklungsvisionen der Automobilhersteller ausrichtet, gibt es für die spezialisierten Zulieferer dafür aber einen probaten Lösungsansatz: die Übernahme hoch qualifizierten Expertenwissens aus anderen Anwendungs- und Einsatzbereichen, um die anspruchsvollen Leistungs- und Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie trotz der kurzen Entwicklungszyklen auch künftig unmittelbar bedienen zu können – und zwar bis hin zur innovativen Weiterentwicklung bislang eher unbeachteter C-Teile wie Dichtungen.

Gerade an diesem Beispiel wird aber zugleich deutlich, wie sich durch die technologische Entwicklung auf dem Mobilitätssektor die Einstufung der Zulieferprodukte verschiebt: In Elektrofahrzeugen bekommen die Abdichtung elektrischer Verbindungen sowie die vibrationsfreie (Geräusch-)Dämmung gegen Schall-Emissionsquellen mittels Polyurethan (PUR)-Schaumdichtungen eine wesentlich stärkere Bedeutung, als dies bei konventionellen Fahrzeugen der Fall war und ist. Entsprechend hoch wird der Innovationsdruck, der auf solchen, fast ausnahmslos in Kombination mit anderen Produkten und Materialien eingesetzten Zulieferteilen ruht, die sich ihrerseits ja auch in einem enormen Tempo weiterentwickeln (müssen).