Die Mischung macht’s

Die Hochleistungsextruder der Baureihe ZSEMAXX erzielen bei temperatursensiblen Prozessen maximale Durchsätze (Bild: Leistritz Extrusionstechnik GmbH)

01.11.2018 Die Mischung macht’s

Perfektes Compoundieren mit Extrudern – auch eine Frage der richtigen Antriebs- und Automatisierungstechnik

von Torsten Fuchs (Gefran Deutschland GmbH)

Hochleistungsextruder werden zum Compoundieren von Kunststoffen, z.B. für Dichtungen, immer wichtiger. Neue Doppelschneckenextruder bieten hohe Drehmomente und können gleichzeitig große Volumen verarbeiten. Kombiniert mit der richtigen Automatisierungstechnik lassen sich dann die optimalen Mischungen realisieren.

Die Entwicklung, die vor Jahrzehnten bei Schraubenspindelpumpen zum Fördern zäher Massen begann, ist mittlerweile bei Doppelschneckenextrudern angekommen. Moderne Hochleistungsextruder wie ZSE MAXX (Bild 1) vereinen heute zwei wichtige Eigenschaften, die herkömmliche Systeme nicht bieten, in einer Anlage: Dieser Extruder besitzt eine sehr hohe Drehmomentdichte (15 Nm/cm³) und kann gleichzeitig, dank eines hohen freien Schneckenvolumens (Da/Di= 1,66), große Materialvolumen verarbeiten. Diese Kombination ermöglicht, insbesondere bei temperatursensiblen Prozessen, maximale Durchsätze. Die gleichläufigen Doppelschneckenextruder sind modular aufgebaut und lassen sich für eine Vielzahl an Aufbereitungsaufgaben einsetzen. Darüber hinaus erhöhen sie die Flexibilität in der Fertigung: So können Schnecken und Zylinder individuell konfiguriert und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Zudem entfallen zeitraubende Reinigungsarbeiten, da sich das Schneckenprofil im Betrieb selbst reinigt.

Für verschiedenste Prozesse geeignet

Hochleistungsextruder werden u.a. zum Compoundieren eingesetzt, also zum Füllen und Verstärken von Polymeren, um mechanische Eigenschaften wie Schlagzähmodifizierung, Formstabilität und Bruchfestigkeit zu verbessern. Sie eignen sich aber auch zur Herstellung von Polymerblends, also zur Mischung verschiedener Kunststofftypen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Herstellung von Masterbatches, also von Kunststoffgranulaten, denen bis zu 85% Füll- oder Farbstoffe beigemischt sind.  Direktextrusion bzw. Inline-Compounding sind mit diesen Extrudern ebenfalls möglich: In diesem Fall werden sie zur Materialaufbereitung und Formgebung genutzt, der Zwischenschritt über die Granulatproduktion entfällt in diesem Fall.