Die Dichtung schützen

Von der Nicht-Galvanisierung des Flanschzapfens hängt die Lebensdauer des Wellendichtrings ab (Bild: VITO Irmen & Co. KG)

14.03.2016 Die Dichtung schützen

Selbstklebende Folie für partielle galvanische Beschichtungen

von Dipl.-Ing. Ralf Heiligtag (VITO Irmen GmbH & Co. KG)

Immer wieder müssen Bauteile im Maschinenbau, z.B. zum Korrosionsschutz, galvanisch behandelt werden, was allerdings nicht immer für das ganze Bauteil gilt. Für die temporäre Abdichtung dieser Stellen hat sich selbstklebende Bleifolie bewährt – ein Praxisbeispiel.

Die selbstklebende Folie Vitoblei 610 wird in diesem Fall zum Abdecken einer nicht zu beschichtenden Stelle an einem Flansch eingesetzt. Dieser dient zum Anbau an ein Fahrzeuggetriebe und zur Befestigung einer Gleichlaufgelenkwelle »1. Zum Getriebe hin weist er einen Zapfen von 25 mm Durchmesser und 9 mm Länge auf. Der Zapfen dreht sich in einem im Getriebegehäuse eingepressten Radial-Wellendichtring, um gegen Ölaustritt abzudichten. Der Flansch aus Stahl C 45 wird durch galvanisches Verzinken und Schwarzchromatieren vor Korrosion geschützt. Dabei muss der Zapfen frei von Zink bleiben, damit die Elastomer-Dichtlippe des Wellendichtrings, die mit Vorspannung auf dem geschliffenen Außendurchmesser des Zapfens abdichtet, nicht beschädigt wird. Der  Außendurchmesser des 25 mm-Zapfens muss also sicher vor sämtlichen Einwirkungen der Galvanikbäder geschützt werden. Dies realisierte man durch Bekleben des Zapfens mit einem 10 mm breiten und ca. 100 mm langen Streifen der einseitig selbstklebenden Bleifolie. Diese ist beständig gegen Schwefelsäure, Flusssäure und Salzsäure, witterungsbeständig und wasser- und luftdicht. Die 100 μm dicke Folie aus reinem Hüttenweichblei (Reinheit 97%) haftet sehr gut auf glatten Oberflächen und ist von - 40 °C bis 120 °C temperaturbeständig. Die klebende Seite ist mit einer PE-Folie abgedeckt.