Cured-In-Place-(CIP) Dichtungen auf Polyacrylatbasis im Antriebsstrang

Cured-In-Place-Dichtung auf Aluminium­gehäusedeckel (Bild: Henkel AG & Co KGaA)

31.10.2017 Cured-In-Place-(CIP) Dichtungen auf Polyacrylatbasis im Antriebsstrang

Alternative zu klassischen statischen Dichtungen

von Dr. Georges Romanos (Henkel AG & Co. KGaA), Cássia de Paula Pinto (Henkel AG & Co. KGaA)

Statische Dichtungen auf Basis flüssiger Dichtmittel nehmen im Maschinen-, Apparate- und Automobilbau einen immer höheren Stellenwert ein. Sie zeichnen sich nicht nur durch hohe Zuverlässigkeit aus, sondern auch durch ein enormes Rationalisierungspotenzial und hohe Integrationsfähigkeit in hochautomatisierte Fertigungsumgebungen. Da sie auf die unterschiedlichsten Flanschgeometrien vollautomatisiert und mit hoher Genauigkeit aufgetragen werden, ermöglichen sie maximale Fertigungsflexibilität bei geringen Lagerhaltungskosten. UV-Licht aushärtende Cured-In-Place (CIP) Dichtungen auf Polyacrylatbasis bieten sich heute auch für Anwendungen im Antriebsstrang bei hohen Temperaturen und in Kontakt mit Motoren- und Getriebeöl an. Konstruktiv sind neben den Eigenschaften erforderliche Abmessungen und die Gestaltung der Dichtstelle zu beachten.

Entsprechend den konstruktiven Anforderungen und den fertigungstechnischen Möglichkeiten sind verschiedene Dichtungstechnologien entstanden(Bild 1). Weit verbreitet sind flüssig verbaute Formed-In-Place-Dichtungen, bei denen sich das Dichtungsmaterial durch das Zusammenbringen der abzudichtenden Fügepartner in die Fugenbereiche verteilt und die Oberflächenunebenheiten ausfüllt. Die Flüssigdichtung härtet in diesem Fall erst nach dem Fügen aus und bildet eine dauerhafte Dichtung. Flüssig verbaute Dichtungen dichten grundsätzlich durch Adhäsion ab.

In Abhängigkeit vom Deformationsverhalten der abzudichtenden Bauteile unter Betriebslast können unterschiedliche Flüssigdichtmittel eingesetzt werden [1]. Bei Dichtverbindungen mit Kraftübertragungsfunktion (steife Flanschkonstruktionen) werden anaerobe Flächendichtungen eingesetzt, die dazu beitragen, die Bewegungen zwischen den Dichtflächen auf ein Minimum zu reduzieren. Im Gegensatz dazu werden raumtemperaturvulkanisierende Silikone mit hoher Bruchdehnung und gutem Spaltfüllvermögen zur Abdichtung flexibler Flanschkons-truktionen (Kraftnebenschluss) eingesetzt. Eine geeignete konstruktive Gestaltung der Flanschbereiche [2] erlaubt die Ausbildung des ausgehärteten Dichtmittels in ausreichender Schichtstärke, um Mikrobewegungen ohne Materialversagen aufzunehmen. Für Bauteile, die nicht eindeutig einer dieser Steifigkeitsklassen zugeordnet werden können, sind besonders flexible, anaerob härtende Flüssigdichtstoffe oder Flüssigdichtstoffe auf Polyacrylatbasis entwickelt worden.