
Die kombinierte Lösung – Anwendende erhalten frühzeitig Informationen über applizierte Mengen, Tropfenbildung, Satelliten und mögliche Ablagerungen an der Düse (Bild: VERMES Microdispensing GmbH)
03.11.2026 Strategische Technologiepartnerschaft
Kontrolle und Überwachung von Dosierprozessen sind der Fokus der strategischen Technologiepartnerschaft zwischen der Vermes Microdispensing GmbH und der droptical GmbH in Zusammenarbeit mit MOL Solutions. Die Kombination aus Mikrodosiersystemen von Vermes und der optischen Messtechnik von droptical schafft eine integrierte Lösung, mit der Anwendende Tropfen unmittelbar nach dem Düsenaustritt bewerten können.
Die Kombination aus berührungsloser Mikrodosierung und Messtechnik erweitert den Dosierprozess um eine datenbasierte Bewertung direkt während der Applikation und schafft damit die Grundlage für eine gezieltere Prozessabsicherung. MOL Solutions bringt langjährige Erfahrung in Mikrodosierung und Prozessentwicklung in die Partnerschaft ein und unterstützt die Vermarktung der droptical-Lösung international.
Die optische Technologie analysiert den Tropfen unmittelbar am Düsenaustritt. Sie erkennt die Abgabe eines Tropfens, erfasst das applizierte Volumen und detektiert Prozessabweichungen wie Satellitenbildung oder Materialaufbau an der Düse. Dadurch können auch schnell verflüchtigende Medien, wie z. B. reiner Alkohol, beurteilt werden, bevor eine Kontrolle auf dem Bauteil nur noch eingeschränkt aussagekräftig ist. Für die Prozessentwicklung bedeutet das einen effizienteren Zugang zu detaillierten Informationen. Anwendende können Dosierparameter gezielter evaluieren, Einstellungen schneller vergleichen und Ursachen für Abweichungen nachvollziehen. Aufwändige Untersuchungen mit Highspeed-Kameras lassen sich dabei je nach Aufgabenstellung reduzieren oder gezielt ergänzen. Durch die stroboskopische Bilderfassung können auch lichtsensible Flüssigkeiten gemessen werden. Die Messdaten unterstützen Teams dabei, robuste Prozessfenster zu definieren und die Übertragung eines entwickelten Dosierprozesses in die Fertigung besser abzusichern.
Auch im laufenden Prozess schafft die neue Partnerschaft Mehrwert. Sie liefert direktes Feedback zu jeder Dosierung und unterstützt damit die frühzeitige Erkennung von Fehlern, bevor diese erst in einem nachgelagerten Arbeitsschritt oder nach der Aushärtung sichtbar werden. Das vermeidet Ausschuss und erhöht die Nachverfolgbarkeit einzelner Dosierereignisse. In Smart-Manufacturing-Umgebungen können die Informationen zudem mit Bauteil- und Prozessdaten verknüpft werden, um applizierte Mengen und Prozesszustände transparent zu dokumentieren.
Die Partnerschaft eröffnet zugleich eine Entwicklungsperspektive für geschlossene Regelkreise in der Dosierung. Schon heute können Anwendende Messergebnisse nutzen, um Prozessparameter gezielt anzupassen – z. B. Einstellungen am Dosiersystem oder den Mediendruck. Mit dem selbst entwickelten, volumenbasierten Drop Volume System+ (DVS+) verfügt Vermes bereits über eine Lösung zur Closed-Loop-Prozessoptimierung. Perspektivisch kann die Verbindung von optischer Prozessüberwachung und parameterbasierter Rückkopplung dazu beitragen, Abweichungen nicht nur frühzeitig sichtbar zu machen, sondern Dosierprozesse innerhalb definierter Toleranzwerte gezielt nachzuregeln.
Vermes bietet im Rahmen der Technologiepartnerschaft die Evaluierung grundlegender Dosierprozesse, Trainings zur Anwendung eines Dosiersystems mit einem droptical-Device sowie die Bewertung gesamtheitlicher Dosierprozesse einschließlich Inline-Prozesskontrolle als abgestimmtes Modul an. Die Lösung richtet sich an Unternehmen aller Branchen, die bei der Dosierung Echtzeit-Feedback zu Menge, Tropfenbildung, Satelliten oder Düsenzustand benötigen – insbesondere dann, wenn eine spätere Qualitätskontrolle zu spät kommt oder technisch nur schwer möglich ist.

