
Connector Seals: Funktionen, die bislang über separate Komponenten für die Kontaktierung, Abdichtung, Isolation und mechanische Führung realisiert wurden, werden in einem Konzept zusammengeführt (Bild: Freudenberg Sealing Technologies)
21.08.2026 Mit einem Plattform-Ansatz sicher abdichten
Mit den Connector Seals hat Freudenberg Sealing Technologies ein kundenspezifisch konfigurierbares Konzept entwickelt, das neue Systemansätze in der technologischen Weiterentwicklung moderner Battery Packs unterstützt.
Die weltweite Elektrifizierung und ein schnelllebiger Markt an leistungsstarken Batterietechnologien prägen moderne Lebensbereiche – von der Elektromobilität über mobile Arbeitsgeräte, Medizintechnik, Humanoide Roboter und Consumer-Anwendungen bis hin zu industriellen Energiespeichern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne Battery Packs überall dort, wo Energie mobil, sicher und effizient verfügbar sein muss.
Für Batterieentwickler entsteht daraus ein zunehmendes Spannungsfeld: Batterien sollen kompakter, robuster, leistungsfähiger und besser geschützt sein, während gleichzeitig der Kostendruck auf das Gesamtsystem steigt. Jede zusätzliche Komponente, jede Schnittstelle und jeder Montageschritt kann die Komplexität, Toleranzrisiken und Kosten erhöhen. Klassische Batteriearchitekturen stoßen zunehmend an Grenzen, weil zentrale Funktionen – wie die elektrische Kontaktierung, Abdichtungen, mechanische Fixierungen sowie der Schutz vor Umwelteinflüssen und erforderliche Sicherheitskonzepte – häufig getrennt voneinander gedacht und umgesetzt werden.
Connector Seals ermöglichen eine neue Art der Zellkontaktierung. Sie basieren auf multifunktionalen, modularen Zellverbinder-Platten für zylindrische, prismatische oder Pouch-Zellen. Diese Zellverbinder werden kundenspezifisch aus vernickeltem oder verzinntem Kupfer gefertigt und mit Elastomer umspritzt. Die elastomeren Komponenten bieten hohe elektrische Isolationswerte und erfüllen alle Anforderungen moderner Batteriesysteme. Abhängig von den technischen Spezifikationen des Kunden können unterschiedliche Dichtungen und Dichtungsgeometrien direkt integriert werden – beispielsweise für Gehäuseabdichtungen, Zellabdichtungen oder weitere Schutzfunktionen. Zusätzliche Funktionsintegrationen steigern den Wert des Bauteils weiter und schaffen einen Zellverbinder, der neben seiner elektrischen Funktion auch deutliche Vorteile bei Montage, Bauraum, Robustheit, Dämpfung und Systemintegration im Battery Pack bietet.
Der entscheidende Mehrwert der Connector Seals liegt in der Integration verschiedener Funktionen. Dadurch lassen sich Schnittstellen reduzieren, Toleranzketten verkürzen und potenzielle Fehlerrisiken minimieren. Im Fokus steht nicht mehr das einzelne Bauteil, sondern ein modularer Plattformansatz, bei dem elektrische, mechanische und abdichtende Funktionen von Beginn an gemeinsam gedacht werden. Dieses Konzept adressiert nicht nur heutige Lithium-Ionen-Akkus. Unabhängig von Zellchemie, Pack-Architektur oder Anwendung können alle Freiheitsgrade im Zusammenspiel aus Funktionsintegration und neuer Technologie genutzt werden. Damit eröffnen die Connector Seals neue Lösungsräume für Batterieentwickler und ermöglichen neue Architekturen zukünftiger Battery Packs. So entsteht aus einer klassischen Zellverbinderlösung eine technologische Plattform, die Battery Packs gesamtheitlich leistungsfähiger macht.
Die Freudenberg Adhesive Clean Technology (FACT) ergänzt das Konzept der Connector Seals als sauberes und effizientes Bindungssystem. Es ermöglicht die dauerhafte Anbindung des Elastomers an den bindungsunfreundlichen Oberflächen der Zellverbinder. Der Verzicht auf klassische nasschemische Vorbehandlungen bietet – neben den Vorteilen des ressourcenschonenden Herstellungsverfahrens und der reduzierten Abhängigkeit von Bindemitteln in der Zulieferkette – den zusätzlichen Mehrwert nahezu völliger Designfreiheit des Connectors. Für kundenindividuelle Batterieanwendungen bedeutet das: Unterschiedliche Zellformate, Pack-Architekturen und Anforderungen können gezielt berücksichtigt werden. So lassen sich Dichtfunktion, elektrische Leitfähigkeit, Isolation, Schweißbarkeit und Beständigkeit gegenüber Elektrolyten sowie weiteren batteriespezifischen Medien in einer integrierten Komponente zusammenführen.
Mit Connector Seals können Batteriesysteme auf der Gesamtarchitektur-Ebene neu gedacht werden. Das gelingt am besten, wenn Freudenberg Expert:innen bereits in der Startphase in die Konzeptentwicklung eingebunden werden. Denn dann können die Stärken des gesamten Prozesses ein- und umgesetzt werden. Denn der größte Hebel liegt nicht in der Optimierung des einzelnen Zellverbinders, sondern in einem effizienteren und kostengünstigeren Gesamtsystem.
