
Das Buch vermittelt Ingenieur:innen, Kostenexperten und Entscheidungsträgern einen strukturierten Ansatz für die Entwicklung und Bewertung statistisch basierter Kostenschätzmodelle und gleichzeitig ein kritisches Verständnis für die Annahmen, Unsicherheiten und Grenzen quantitativer Analysen (Bild: Klaus Hoffmann)
21.08.2026 Kostenabschätzungen statistisch untermauern
Das Buch "Some Notes on Parametric Cost Estimation for Plant Construction with Particular Reference to Statistical Methodologies" von Klaus Hoffmann stellt ausgewählte Methoden der parametrischen Kostenschätzung für den Anlagenbau und verwandte industrielle Anwendungen vor, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Entwicklung, Bewertung und Anwendung von Cost Estimating Relationships (CER) liegt.
Der Hauptfokus liegt auf der Anwendung statistischer Methoden, um die Transparenz, Zuverlässigkeit und Interpretierbarkeit von Kostenschätzmodellen zu verbessern, die bei technischen und investitionsbezogenen Entscheidungen eingesetzt werden.
Die Entwicklung zuverlässiger CER erfordert nicht nur geeignete statistische Verfahren, sondern auch ein umfassendes Verständnis der Projektdefinition, der Kostenklassifizierung und der Datenqualität. Daher werden etablierte Rahmenwerke wie Front-End Loading (FEL) sowie die Klassifizierungsrichtlinien der Association for the Advancement of Cost Engineering (AACE) als wesentliche Grundlagen für die Definition des Reifegrads und der Anwendbarkeit von Kostenschätzungen behandelt. Diese Rahmenwerke bilden den ingenieurtechnischen Kontext, innerhalb dessen statistische Modelle entwickelt und bewertet werden.
Der statistische Teil führt grundlegende Konzepte ein, die für die Entwicklung von CER relevant sind. Dazu gehören deskriptive Statistik, Regressionsanalyse, Modellvalidierung, Konfidenz- und Prognoseintervalle, die Charakterisierung von Unsicherheiten, Datentransformationen sowie die Bewertung alternativer Regressionsmodelle. Besonderes Augenmerk wird auf die Interpretation statistischer Ergebnisse und auf die Bedeutung der Schätzgenauigkeit gelegt, anstatt sich ausschließlich auf Hypothesentests und statistische Signifikanz zu stützen.
In Anlehnung an die von Geoff Cumming 2012 beschriebenen Prinzipien der New Statistics liegt der Schwerpunkt auf Konfidenzintervallen und der Präzision von Parameterschätzungen. Statistische Methoden werden dabei als Werkzeuge zur Unterstützung der ingenieurtechnischen Beurteilung verstanden und nicht als Ersatz für professionelle Fachkompetenz.
Darüber hinaus setzt sich der Autor kritisch mit modernen computergestützten Ansätzen auseinander, darunter Data Mining und Bootstrapping, und zeigt sowohl deren potenzielle Vorteile als auch deren Grenzen auf, insbesondere wenn sie ohne ausreichendes statistisches Verständnis angewendet werden.
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