
Draht- bzw. filamentbasiertes additives Rührreibschweißen: Entwicklung, Anlagentechnik und fertiges Bauteil (Bild: IKT Stuttgart)
07.07.2026 Rührreibschweißverfahren für additives Fügen
Das Institut für Kunststofftechnik (IKT), die Materialprüfungsanstalt (MPA) sowie das Institut für Entrepreneurship und Innovationsforschung (ENI) der Universität Stuttgart arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung und Validierung eines additiven Fertigungsverfahrens auf Basis des Rührreibschweißens. Ziel des Projekts ist es, die Technologie für den industriellen Einsatz nutzbar zu machen.
Im Unterschied zu konventionellen Schweiß- und additiven Fertigungsverfahren eröffnet das eingesetzte Rührreibschweißprinzip neue Möglichkeiten für die gezielte Beeinflussung von Materialeigenschaften. Durch die Zuführung von Zusatzwerkstoffen direkt in die Prozesszone können die Eigenschaften der Schweißnaht zusätzlich aktiv eingestellt werden. Dadurch lassen sich nicht nur Spalte zuverlässig überbrücken, sondern auch komplexe Strukturen additiv aufbauen. Gleichzeitig bietet das Verfahren entscheidende Vorteile bei anspruchsvollen Werkstoffen: Bei Metallen führt die mechanische Rührwirkung zu einer feinkörnigen Mikrostruktur mit sehr guten mechanischen Eigenschaften, während bei thermoplastischen, faserverstärkten Kunststoffen Fasern erstmals über die Fügeebene hinweg transportiert werden können, sodass hochfeste und formstabile Verbindungen entstehen – auch bei schwer schweißbaren Materialien.
Ein zentrales Merkmal des Projektes ist das vorgesehene modulare Werkzeugkonzept: Die entwickelten Rührreibschweißköpfe, angepasst für die unterschiedlichen Werkzeugklassen, sollen als Vorsatzmodule auf bestehenden CNC-Maschinen und Robotersystemen eingesetzt werden können und so eine wirtschaftliche Nachrüstung vorhandener Produktionsanlagen ermöglichen.

