
Christian Böhlmann (links) und Dr.-Ing. Simon Kothe (rechts) übernehmen die Leitung des Fraunhofer IFAM in Stade von Dr. Dirk Niermann (Mitte) (Bild: Fraunhofer IFAM)
23.06.2026 Fraunhofer IFAM in Stade unter neuer Leitung
Anfang Juni übergab Dr. Dirk Niermann die Bereichsleitung der Außenstelle des Fraunhofer IFAM in Stade an die nächste Generation, um mit dem Aufbau des Geschäftsfelds Raumfahrt am Fraunhofer IFAM in Bremen zu beginnen. Jetzt leiten Christian Böhlmann und Dr.-Ing. Simon Kothe den Bereich Automatisierung und Produktionstechnik des Fraunhofer IFAM am Standort Stade im Forschungszentrum CFK NORD.
Als Doppelspitze starten sie gemeinsam mit dem Stader FuE-Team in die automatisierte, digitale, KI-gestützte, wandlungsfähige Produktion der Zukunft. Am Fraunhofer IFAM in Stade wurde unter der Leitung von Dr. Dirk Niermann eine Reihe von Meilensteinen im Anwendungsfeld der automatisierten Montage und Bearbeitung großer Leichtbaustrukturen erreicht. Dazu gehören die vollautomatische Form- und Lagekorrektur bei der Montage von Großbauteilen zu größeren Strukturen, wie beispielsweise bei Flugzeugrümpfen, das automatisierte Füllen von verbleibenden Fügespalten, die Steigerung der Absolutgenauigkeiten konventioneller Industrieroboter durch nachrüstbare Technologiebausteine sowie von Grund auf neu konstruierte, hochsteife Roboter, die u.a. durch Hybridantriebe auch Metallwerkstoffe, wie z.B. Stähle, mit bisher für Industrieroboter unerreichbarer Präzision bearbeiten können. Diese und weitere Technologien haben beispielsweise die weltweit erste vollautomatisierte Montage eines Thermoplast-Flugzeugrumpfsegments im Originalmaßstab eines Passagierflugzeugs im Projekt Clean Aviation Multi Functional Fuselage Demonstrator (MFFD) beim Fraunhofer IFAM in Stade ermöglicht.
Der Standort Stade wird gezielt als Innovationshub für automatisierte Produktion und Großstrukturmontage weiterentwickelt. Im Fokus stehen der Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Anwendung – insbesondere für die nächste Generation effizienter und emissionsfreier Flugzeuge – sowie der konsequente Ausbau von Schlüsseltechnologien für Robotik und Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig soll Stade mit seinen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten seine bedeutende Rolle über die Luftfahrtbranche hinaus stärken und ausbauen: durch neue Impulse in den Sektoren Raumfahrt, Energie, Mobilität, maritime Anwendungen und Agrar sowie durch eine noch engere und zielgerichtetere Zusammenarbeit mit Industrie, Politik und Wissenschaft. Die geteilte Standortleitung schafft die Voraussetzung, strategische Entwicklung, Wachstum sowie Technologietransfer deutlich zu beschleunigen und den Standort langfristig resilient aufzustellen. Darüber hinaus wird die Wissenschaftlichkeit der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch eine noch engere Zusammenarbeit im Rahmen der Anbindung des Instituts an Hochschulen und Universitäten erhöht – beispielsweise durch Vorlesungen sowie gemeinsame Betreuung von Abschluss- und Promotionsarbeiten.

