
Mit den Erweiterungen und dem seit Jahren ausgebauten digitalen Angebot deckt man neben dem Bereich Materialbeschaffung auch die Bereiche Rezepturentwicklung, normgerechte Prüfungen und Compoundierung ab (Bild: AdobeStock_ Monster Ztudio)
03.09.2026 Erweitertes Angebot: Prüfleistungen, Compounds und digitale Tools
Auf der Fakuma zeigt Meraxis sein erweitertes Portfolio. Seit Anfang des Jahres fertigt der weltweit tätige Distributor eigene Compounds und bietet Materialprüfungen an. Das Unternehmen hat das Compoundier-Werk der REHAU Gruppe in Velen sowie die akkreditierten Prüflabore im oberfränkischen Rehau übernommen.
Wenn Kunststoffverarbeiter ein Material für eine neue Anwendung suchen, benötigen sie häufig individuell entwickelte Lösungen. Zunächst wird an der Rezeptur gearbeitet, anschließend entstehen Muster, die in Versuchsreihen geprüft und dokumentiert werden. An diesen Schritten sind in der Regel mehrere Dienstleister beteiligt. Das Unternehmen bringt vor diesem Hintergrund Rohstoffkompetenz, Materialentwicklung, Compoundierung sowie akkreditierte Material- und Bauteilprüfung zusammen und verkürzt den Weg von der Idee zum fertigen Produkt.
Kundenindividuelle Compounds fertigt man seit Januar 2026 im eigenen Werk. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 50.000 t produziert für Kunststoffverarbeiter aus unterschiedlichen Branchen, etwa für Anwendungen in der Automobil- und Möbelindustrie, Medizintechnik und für Haushaltsgeräte. Das PP-Portfolio umfasst mineral- und glasfaserverstärkte, elastomermodifizierte und flammgeschützte Typen. Füllstoffe wie Talkum, Kreide, Glaskugeln oder Glasfaser lassen sich bis zu einem Füllgrad von 70 % kombinieren. Bei Weich-PVC stehen Compounds mit Shore-Härten von A 45 bis 98 und D bis 50 zur Wahl, etwa glasklar, kälteflexibel, flammgeschützt oder treibmittelhaltig. Ergänzt wird das Angebot durch TPE, ABS, SAN, ASA, PA, PS, PC, PMMA, HDPE, LDPE und PP/PA-Blends. Das Werk verarbeitet sowohl PIR- als auch PCR-Rezyklate, je nach Bedarf mit bis zu 100 % Rezyklat – bezogen auf den Polymeranteil – und auf Wunsch emissionsoptimiert.
Bevor ein Produkt mit neuem Material in Serie geht, sind entsprechende Prüfungen fällig, deren Anforderungen steigen: Immer mehr Abnehmer, etwa Automobilhersteller, verlangen Nachweise nach eigenen Werksnormen. In der Verpackungsbranche schreiben gesetzliche Rezyklatquoten zunehmend die Umstellung auf recycelte Werkstoffe vor. Da deren Materialdaten stärker schwanken, steigt auch hier der Nachweisaufwand. Der Laborverbund von Meraxis bietet mehr als 500 Prüfverfahren an, darunter 64 akkreditierte Methoden nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018. Auf 1.250 m2 Laborfläche reicht das Spektrum von chemischer Analytik über physikalisch-mechanische Prüfungen und Bewitterungs- sowie Klimaprüfungen bis hin zu Mikroskopie und Oberflächencharakterisierung. Qualifizieren lassen sich Kunststoffe, Compounds, Komposite, Rezyklate und beschichtete Bauteile.
Auf der Fakuma ist neben dem eigenen Team auch das Deep-Tech-Unternehmen Polymerize am Stand vertreten: Über dieses erhalten Meraxis Kund:innen und Partner:innen Zugang zu einer Materialinformatik-Plattform. Die KI-gestützte Lösung wertet Versuchs- und Produktionsdaten aus, erkennt Zusammenhänge zwischen Formulierungen und Eigenschaften und schlägt Rezepturen sowie Prozessparameter vor. Mit der Software können Rezepturen schneller entwickelt und Entwicklungskosten eingespart werden. Der Ressourcenaufwand sinkt und Produkte erreichen die Marktreife schneller.
Fakuma 2026: Halle A6 / Stand 6323

