Dichtungsschlämme leichter verarbeiten

Dispersionspulver VINNAPAS® 7150 E für Dichtungsschlämme (Bild: Wacker Chemie AG)

18.02.2019 Dichtungsschlämme leichter verarbeiten

Auf der European Coatings Show stellt Wacker das neu entwickelte polymere Dispersionspulver VINNAPAS® 7150 E mit einem gering ausgeprägten Fließverhalten vor, das die Formulierung von leicht zu handhabenden und leistungsfähigen Dichtungsschlämmen ermöglicht.

Bei Dichtungsschlämmen handelt es sich um Sperrschichten auf Basis von Zementmörteln mit einem hohen Anteil polymerer Bindemittel (bis zu 30%), die Kellerwände, Terrassen oder Badezimmer gegen eindringende Feuchtigkeit absichern. Je nach Anwendungsbereich lassen sich anschließend darauf weitere Materialien aufbringen – in Feuchträumen z.B. Fliesenkleber und Fliesen oder Bitumenbahnen im Fall von Flachdächern. Auch zur Überbrückung von Rissen im Mauerwerk leisten die Bindemittel einen großen Beitrag. Der hohe Anteil an Dispersionspulver macht die Schicht nicht nur wasserdicht, sondern auch flexibel. Das verhindert, dass sich Risse vom Untergrund bis zur Oberfläche übertragen können und Nässe eindringen kann.

Im deutschsprachigen Raum nutzen Handwerker üblicherweise Kammspachteln, auch Traufeln genannt, um Dichtungsschlämme aufzutragen. Für die Verarbeitbarkeit dieser Sperrschichten mit dem Spachtel spielt die Rheologie, also das Fließverhalten der Zement-Polymer-Mischung, eine zentrale Rolle. Die Rheologie beeinflusst das sogenannte Standvermögen des Zementmörtels – was entscheidend dafür ist, ob die vom Handwerker mit dem Kammspachtel aufgetragenen Stege stehen bleiben oder zerfließen.

Mit bisher erhältlichen Dispersionspulvern war das für eine Verarbeitung mit Kammspachtel nötige Standvermögen in Dichtungsschlämmen nicht zu erzielen. Daher modifizierte man die Rezeptur der Dispersionspulver und entwickelte mit VINNAPAS® 7150 E ein neues Bindemittel, das mit stark verbesserten rheologischen Eigenschaften aufwarten kann. Es besteht aus einer Kombination aus Vinylacetat-Ethylen-Polymeren und Vinylestern, die mit neu entwickelten Schutzkolloiden und Siliciumdioxid-Partikeln modifiziert wurde. Durch diese Modifizierungen entsteht nach dem Sprühtrocknen der Dispersion ein Pulver, das der fertigen Dichtmasse eine stabilere Rheologie und ein erhöhtes Standvermögen verleiht. Ein weiterer positiver Effekt: Die Dichtungsschlämme sind nicht mehr so klebrig und haften dadurch weniger an der Traufel.  Dies ermöglicht dem Bauhandwerker, leichter die geforderte Schichtdicke von 2 mm einzuhalten, die im deutschsprachigen Raum von den „Prüfgrundsätzen zur Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen für Bauwerksabdichtungen mit mineralischen Dichtungsschlämmen“ (PG-MDS) verlangt werden. Zudem überbrücken Dichtungsschlämme, die das neue Bindemittel enthalten, dank ihrer niedrigen Glasübergangstemperatur Risse bis zu einer Temperatur von -5 °C gemäß der Norm EN 14891.

Weil VINNAPAS® 7150 E keine Lösungsmittel, Weichmacher oder Filmbildehilfsmittel benötigt, emittiert es zudem keine flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compounds). So lassen sich Rezepturen mit sehr niedrigen Emissionswerten (etwa nach EMICODE® EC1 der Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte) formulieren. Das Dispersionspulver ist vom Bundesinstitut für Risikobewertung für den Trinkwasserbereich zugelassen.