
Rotationsdüse RD1004C zur umweltfreundlichen Beschichtung breiter Kunststoffoberflächen und -profile für eine verbesserte Adhäsion beim Verkleben (Bild: Plasmatreat GmbH)
10.09.2026 Atmosphären- und Niederdruckplasma für die Kunststoffverarbeitung
Häufig entscheiden die Oberflächeneigenschaften eines Werkstoffs über Qualität und Zuverlässigkeit nachfolgender Prozesse. Wie moderne Plasmaoberflächenbehandlung diese Aufgaben lösen kann, zeigt Plasmatreat auf der Fakuma 2026.
Ein Schwerpunkt des Messeauftritts ist die Openair-Plasma-Technologie für die automatisierte Inline-Behandlung von Oberflächen direkt im Produktionsprozess. Gezeigt werden Plasmaaktivierung zur Verbesserung der Haftungseigenschaften sowie die neue Plasmadüse RD1004C. Mit dieser Rotationsdüse lassen sich Beschichtungen als umweltfreundliche Haftvermittler auf breiten Kunststoffoberflächen oder -profilen, zum Beispiel Fensterprofilen, aufbringen – für eine bessere Adhäsion beim Verkleben. Mit einem umfassenden Portfolio aus verschiedenen Düsenköpfen, Plasmadüsen, Generatoren und weiterem Systemzubehör ist das Atmosphärendruckplasma-Portfolio des Unternehmens breit aufgestellt, um wirtschaftliche Anforderungen und unterschiedliche industrielle Anwendungen passgenau zu adressieren – von einfachen Vorbehandlungsaufgaben bis zur anspruchsvollen vollautomatisierten 24/7-Serienproduktion.
Darüber hinaus präsentiert man erstmals eine Anlage aus dem neuen AURORA-Plasma Produktportfolio. Das System arbeitet unter Niederdruckbedingungen mit 2,45-GHz-Mikrowellenanregung im Vakuum-Prozessraum und ermöglicht die Oberflächenmodifikation auch bei komplexen 3D-Geometrien. Damit eignet es sich insbesondere für Anwendungen in der Medizintechnik, im Leichtbau und in der Elektronik. Durch den Einsatz unterschiedlicher Prozessgase und Gaskombinationen lassen sich Reinigungs-, Plasmaätz- und Aktivierungsprozesse gezielt auf Material, Bauteilgeometrie und Anwendung abstimmen.
Ein Beispiel ist die gezielte Behandlung im Batch-Prozess von Produkten aus Hochleistungspolymeren wie PEEK, PTFE, FEP oder PEBA. Durch die Erhöhung der Oberflächenenergie können Beschichtungen, Klebstoffe und Schmierstoffsysteme besser haften, ohne empfindliche Bauteilgeometrien thermisch oder mechanisch zu belasten.
Am Plasma-Livetisch können Besuchende die Wirkung von Plasma unmittelbar erleben. Interessierte können eigene Bauteile oder Materialmuster mitbringen und diese gemeinsam mit den Anwendungsspezialisten vor Ort bewerten. Konkrete Beispiele zeigen, wie Plasma auf Oberflächen funktioniert und wie sich die Benetzbarkeit verschiedener Kunststoffoberflächen verbessern kann. Mit verschiedenen Analysemethoden lassen sich die Auswirkungen des Plasmaeffekts direkt sichtbar machen. So werden aus technischen Möglichkeiten greifbare Lösungen für reale Anwendungen.
Fakuma 2026: Halle A1, Stand 1320

