Von der Verbindungstechnik  zum Impulsgeber

Deutlich verstärkte Seitenschweller bei E-Fahrzeugen (blau markiert) erhöhen die Crashsicherheit – und erfordern strukturell leistungsfähige Klebstoffe (Bild: DuPont™)

17.06.2026 Von der Verbindungstechnik zum Impulsgeber

Hightech-Klebstoffe transformieren den Fahrzeugbau

von Bernhard Vreden (Bodo Möller Chemie GmbH)

Klebstoffe sind heute weit mehr als Verbindungen im Karosseriebau: Sie erhöhen die strukturelle Sicherheit, ermög­lichen Leichtbau und schaffen die Voraussetzung für neue Fahrzeugkonzepte – insbesondere im Zeitalter der Elektromobilität. Moderne Entwicklungen wie Broadbake-Klebstoffe oder der Einsatz von
Gigacastings markieren einen technologischen Umbruch, der die Automobilproduktion grundlegend verändert.

In der automobilen Serienfertigung hat sich die Klebtechnik, z.B. in Form von zähmodifizierten 1K-Epoxidharzklebstoffen, über Jahrzehnte hinweg als Standard etab­liert. Sie ist heute aus dem Karosseriebau nicht mehr wegzudenken: In einem konventionellen Pkw kommen deshalb heute min. 15 kg Klebstoff – mit steigender Tendenz – zum Einsatz. Zusammen mit dem Punktschweißen bilden sie das Rückgrat der strukturellen Verbindungstechnik.

Doch mit der Elektromobilität ändern sich auch die Anforderungen an die Karosserie grundlegend. Neue Fahrzeugkonzepte, insbesondere zum Schutz großvolumiger Hochvoltbatterien, erfordern verstärkte Seitenschweller und massive Strukturbauteile (Bild 1), die klassische Fügeverfahren an ihre Grenzen bringen. Die Bauteile sind deutlich dickwandiger als herkömmliche Blechkomponenten, was nicht nur die Erwärmung bei der kathodischen Tauchlackierung (KTL-Prozess) verzögert, sondern auch die Klebstofftechnik vor neue Herausforderungen stellt. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf Aushärtungstemperaturen und Prozesszeiten.

Lösungspartner

Bodo Möller Chemie GmbH
Bodo Möller Chemie GmbH

 

Branchen

Automotive

Zielgruppen

Konstruktion & Entwicklung, Einkauf, Produktion & Fertigung