
Brennverhalten (vertikal) von ISO-PUR® A785 (Bild: ISO-ELEKTRA GmbH)
09.09.2026 Selbstverlöschende Eigenschaften von PU-Gießharzen
Der unterschätzte Einfluss des Härters
Mit zunehmender Miniaturisierung elektronischer Baugruppen steigen die Anforderungen an Vergussmaterialien. Neben mechanischem Schutz und elektrischer Isolation rücken heute vor allem Flammschutz, selbstverlöschende Eigenschaften und effizientes Wärmemanagement in den Fokus. In den meisten Fällen werden diese Eigenschaften in Elektrovergussmassen durch entsprechende Ausrüstung oder Modifikation der Harzkomponente erzielt. Ein Einflussfaktor ist auch die Härterkomponente in Polyurethan-Gießharzen: Sie wird meist nicht additiviert oder mit flammhemmenden Füllstoffen versehen. Lässt sich der Härter also frei wählen oder austauschen, ohne die Flammschutzeigenschaften des Systems zu verändern?
Das Brandverhalten von Gießharzen wird maßgeblich durch etablierte Prüfverfahren bewertet. Zentral ist dabei die Klassifizierung nach UL94 (entspricht DIN EN 60695-11/20). Hierbei werden fünf Prüfkörper eines Materials getestet und nach den verwendeten Einstufungen horizontal nach HB und vertikal nach V2, V1 und V0 eingestuft. Die stringenteste Einstufung ist hier V0. Sie beschreibt Materialien, die nach der initialen und einer darauffolgenden zweiten Beflammung schnell selbst verlöschen (< 10 s im Einzelfall und < 50 s in der Summe) und dabei kein brennendes Abtropfen zeigen.
Einfluss der Rohstoffe
Die Eigenschaften eines Polyurethan-Gießharzes werden maßgeblich durch seine beiden Hauptkomponenten bestimmt:
• das Harz (Polyol-Komponente) und
• den Härter (Isocyanat-Komponente).

