
Veranschaulichung des Backcasting-Prozesses mit disruptiven Faktoren (Bild: OST IMP)
08.07.2026 Kreislauffähige, klimaneutrale und ökologisch verträgliche Kunststoffe
Was müssen wir heute tun, um das bis 2050 zu erreichen?
Kunststoffe stecken voller Widersprüche – eben deshalb gibt es zu der gestellten Frage keine einfachen Antworten. Für Kunststoffe scheinen mehrere Versionen der Zukunft möglich. Und nur eine davon liegt innerhalb dessen, was unser Planet verkraften kann. Ein grundlegender Wandel ist notwendig, um
Treibhausgasemissionen und ökologische Schäden bis 2050 zu begrenzen. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme aktueller Szenarien, einem Backcasting-Ansatz und einer Journey mit Kunststoff-Expert:innen identifiziert der Artikel systemische Hebel – von der Rohstoffbasis über Ökodesign bis zu
molekularem und KI-gestütztem Recycling – und schliesst mit Handlungsempfehlungen für das kritische Zeitfenster bis 2030
Motivation: Chancen nutzen, Gefahren abwenden
Niemand möchte Plastikabfall in der Natur – aber kaum jemand möchte auf Kunststoffe verzichten. Über 98% aller Kunststoffe stammen heute aus fossilen Quellen. Die globale Produktion ist von 2 Mt im Jahr 1950 auf 475 Mt im Jahr 2022 gewachsen und soll bis 2060 auf 1.200 Mt ansteigen (Bild 1) – bei einer effektiven Recyclingquote von weniger als 10%. [1] Gleichzeitig sind Kunststoffe in vielen Bereichen schlicht nicht ersetzbar: in der Medizintechnik, im Leichtbau, beim Schutz von Lebensmitteln oder in der Energietechnik.
Die Frage ist daher nicht, ob Kunststoffe in einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft noch einen Platz haben, sondern wie dieser Platz gestaltet werden muss – und was dafür heute zu tun ist, um eine realistische Perspektive bis 2050 zu haben.

