
Bild: KI-generiert (ChatGPT/OpenAI)
17.06.2026 „Komm zum Kleben“
Überall sind sie zu sehen: Fahrzeugbeschriftungen wie „Kollege m/w/d gesucht“.
Gerade in Zeiten knapper Personalressourcen eine durchaus interessante Möglichkeit, auf sich als potenziellen neuen Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Aber es gibt ja nicht nur Unternehmen, die Mitarbeitende suchen, nein: Es gibt auch Unternehmen, die Personal freisetzen. Das sehen, hören oder lesen wir aktuell täglich. Ganze Berufsstände verändern sich drastisch. Die Folge: Es wird weniger Personal gebraucht oder Berufe verschwinden ganz – zumindest hier in Europa.
Für alle diejenigen, die aktuell auf Jobsuche sind, heißt es: „Augen auf!“ – und auch mal außerhalb des bisherigen Arbeitsumfeldes Ausschau halten. Denn wer hat denn schon einmal in die Welt des professionellen – des gewerblichen oder industriellen – Klebens reingeschnuppert? Könnte hier ein zukünftiges Betätigungsfeld liegen? Ein spannendes und nachhaltig wachsendes Arbeitsumfeld ist garantiert – das kann ich versprechen – und jeder, der hier bereits tätig ist, wird es gerne bestätigen. Bezeichnend für die Branche ist derzeit der überproportionale Anteil an Personen, die sich seit zwei, drei oder mehr Jahrzehnten beruflich mit dem Kleben beschäftigen. Warum diese Branchentreue? Weil es Freude macht, sich immer wieder mit neuen Aufgabenstellungen zu beschäftigen. Weil es den Horizont erweitert, sich in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern zu bewegen, und weil es einem ein gutes Gefühl gibt, neue Entwicklungen zu begleiten.
Die Branche – und damit potenzielle Arbeitgeber – ist durch globale Konzerne, rührige Mittelständler und spezialisierte Händler geprägt. Und das betrifft nicht nur die Klebstoffe, sondern auch die Auftragstechnik und alle Systeme rund um einen Klebprozesses. Produktseitig reicht das Spektrum von großvolumigen Serienanwendungen über herausfordernde Sonderausführungen bis hin zu kundenspezifischen Spezialentwicklungen. Kundenseitig hat man mit großen, mittleren und kleineren Kunden zutun. Das können Weltmarktführer, Hidden-Champions oder „ganz normale“ Unternehmen sein, die diese Verbindungstechnologie schon länger einsetzen oder damit anfangen (wollen). Manuell applizierte kleinere und mittlere Anwendungen, aber auch vollautomatisierte und robotergeführte Klebstoffapplikationen kommen in nahezu allen Branchen zum Einsatz – mit steigender Tendenz. Da wird es nicht langweilig – und wird es auch nicht, denn Kleben ist aus heutiger Sicht zukunftssicher und Deutschland ist in diesem Bereich Weltmarktführer – ein Status, den wir sonst immer mehr verlieren.
Das Aufgabenspektrum für Menschen, die sich mit Kleben beschäftigen, ist breit. Ob als Mitarbeitende in Entwicklung und Konstruktion, Anlagenplanung, Produktion, Qualitätssicherung, Einkauf und Vertrieb: Im Klebumfeld bieten sich viele Möglichkeiten in Ergänzung zu klassichen Berufsfeldern oder als „Neustart“. Rund um das Kleben hat sich in den letzten Jahren viel verändert – warum? Nun, wenn man Kleben als Verbindungstechnik des 21. Jahrhunderts einmal genauer betrachtet, wird deutlich, dass, – und warum – vermehrt geklebt wird. Kleben gibt große Designfreiheit und erlaubt neue Materialpaarungen. Kleben ist die Verbindungstechnik für den immer wichtiger werdenden Leichtbau und – ja! – auch die Elektromobilität und die Gewinnung nachhaltiger Energie sind ohne Kleben nicht vorstellbar. Die meisten dieser Beispielanwendungen sind strukturelle Verbindungen – oft mit hoher Sicherheitsrelevanz. Das bedeutet, dass die Ausführenden eine qualifizierende Ausbildung durchlaufen haben müssen. Mitarbeitende mit dieser Qualifikation sind sehr gesucht, und weil es nicht genug qualifizierte „Kleber“ gibt, investieren die ausführenden Unternehmen in Aus- und Weiterbildung. Wer also auf Jobsuche ist, sollte auch über das Kleben nachdenken. In welchem Tätigkeitfeld auch immer – „Kollege gesucht“ gilt hier überall!

„Zukunftssichere Jobs sind Mangelware – ich hätte da aber einen Tipp.“ Thomas Stein, Inhaber, IMTS Interims Management

