17.06.2026 Ist Kleben repair- und recyclingfeindlich?
Eine neue ISO-Norm klärt auf und gibt wertvolle Hinweise zu Debonding-on-Demand
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung, einer steigenden Nachfrage nach Gütern, eines anhaltenden Anstiegs des Abfallaufkommens und der Umweltverschmutzung sowie nicht zuletzt der zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels gewinnt der Übergang von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft zunehmend an Bedeutung. So beginnt die Einleitung zu der auf Grundlage der DIN/TS 54405 [1] unter deutscher Projektleitung erstellten und am 23. März 2026 veröffentlichten ISO 21037, Adhesives — Guideline for separating adhesively bonded joints enabling repair and improving recycling [2].
Warum eine weitere Norm?
Über die Vorteile des Fügeverfahrens Kleben, einschließlich dessen Rolle als Enabler für eine ressourcenschonende Wirtschaft, ist schon vielfach berichtet worden. Als Beispiel soll an dieser Stelle die Gewichtsreduzierung eines Produkts (z.B. eines Autos, eines Schienenfahrzeugs, eines Lkw oder eines Schiffes) durch Verwendung einer sinnvollen Kombination von Teilen aus verschiedenen, mittels Klebtechnik miteinander verbundenen Werkstoffe genannt werden, wodurch sich der Energiebedarf während der Nutzungsphase verringert.
Auch wenn es noch vor 20 bis 30 Jahren viel Überzeugungsarbeit erforderte, das Image des Klebens als Notlösung, die ja doch nicht lange hält, zu widerlegen, steht es heute
außer Frage, dass geklebte Verbindungen – eine fachgerechte Ausführung vorausgesetzt – zuverlässig halten und die Lebensdauer eines Produkts (z.B. die von elektronischen Bauteilen) durch Einsatz der Klebtechnik z.T. deutlich verlängert werden kann.


